
Maritimer Koordinator der Bundesregierung in Duisburg
2028 wird Duisburg zum Schauplatz der Nationalen Maritimen Konferenz der Bundesregierung. Das hat Bundeskanzler Merz kürzlich bekanntgegeben. Die ehemalige Hansestadt erwartet dann fast 1.000 Teilnehmer. Schon jetzt war Dr. Christop Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, in Duisburg. Er war Gast des Hafenfrühstücks der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V. Gemeinsam mit Unternehmern diskutierte er über die Zukunft der Binnenschifffahrt. Und welche Rolle sie in der Industrie und beim wirtschaftlichen Wandel spielt.
„Wer an Häfen und maritime Wirtschaft denkt, dem fällt oft zuerst die Küste ein. Und Städte wie Hamburg, Bremen oder Kiel. Aber auch das Binnenland zählt dazu. Viele sind verwundert, dass die NRW-Häfen jedes Jahr genauso viele Güter umschlagen wie Hamburg: rund 100 Millionen Tonnen“, so Frank Wittig, Gastgeber und Vorstand der Schifferbörse.
Anlass des Besuchs aus Berlin ist das 125-jährige Bestehen der Börse. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig Schifffahrt und Häfen für NRW waren und immer noch sind. Um 1900 wurden erstmalig Frachtpreise für Transporte auf dem Schiff an der Börse notiert. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass der industrielle Aufstieg an Rhein und Ruhr so schnell und erfolgreich verlief. Die Frachtenbörse sorgte dafür, dass Schiffer, Reeder, Verlader sowie Spediteure sicherer planen und so auch in neue Schiffe investieren konnten.
Wittig nutzte den Blick auf die Entwicklung der Börse, um beim maritimen Koordinator für mehr Unterstützung für die Binnenschifffahrt durch Berlin zu werben. „Was 1900 galt, gilt auch heute noch: Investitionen in die Wasserstraßen zahlen sich langfristig für den Standort und die Wirtschaft aus“, so Wittig. Denn der Zustand der Infrastruktur bereitet Sorgen. Jede dritte Schleuse ist älter als 100 Jahre. Das Risiko, dass ein Kanalabschnitt plötzlich dicht ist, steigt. Die finanziellen Mittel müssen deshalb dringend weiter aufgestockt werden, so die Botschaft der Unternehmen.
Dr. Christoph Ploß zeigte sich beeindruckt vom größten Binnenhafen der Welt und von seiner Bedeutung für die Industrie. Er lobte die Anstrengungen, Prozesse weiter zu automatisieren und zu digitalisieren. Forschungseinrichtungen wie das Entwicklungszentrum der Binnenschifffahrt hätten dazu maßgeblich beigetragen. „Dass die Nationale Maritime Konferenz 2028 nach Duisburg kommt, ist ein wichtiges Signal: Unsere Häfen und Wasserstraßen sind zentral für die Versorgungssicherheit, die Exportwirtschaft und die Verteidigungsfähigkeit ganzDeutschlands. Die Bundesregierung hat in ihrem ersten Jahr schon viel für die maritime Wirtschaft erreicht – von einem 400-Millionen-Euro-Programm für Häfen und Schifffahrt bis hin zu Investitionen in Autobahnen, Schienennetz und Hinterlandanbindungen. Diese Investitionen werden wir in den nächsten Jahren erhöhen.“
Steckbrief: Die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort wurde am 31. Oktober 1901 mit dem Ziel gegründet, Frachtraum und Waren unter fairen Bedingungen zusammen zu bringen. Heute ist ihre Hauptaufgabe die Förderung der Zusammenarbeit der am Binnenschiffsverkehr beteiligten Gruppen und die gemeinsame Interessenvertretung gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. ® www.schifferboerse.org
Foto: Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort
BU: v.l.n.r.: Frank Wittig, Vorstand der Schifferbörse, Dr. Christoph Ploß, der maritime Koordinator der Bundesregierung und Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK.