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Gelsenkirchen

MÜSIAD Europa rückt die türkisch‑europäische Wirtschaftspartnerschaft in den Fokus

MÜSIAD Europa rückt die türkisch‑europäische Wirtschaftspartnerschaft in den Fokus

Die Jahresgala der MÜSIAD Europa zeigt die wachsende Bedeutung türkischer Unternehmer in Deutschland und stärkt den bilateralen wirtschaftlichen Dialog.

AGİK in Gelsenkirchen: Strategisches Treffen der türkischen Wirtschaft in Europa

Der Europäische Erweiterte Beratungsausschuss AGİK der MÜSIAD fand im Bellavue Event & Kongress Zentrum in Gelsenkirchen mit einer hochrangigen Eröffnungsveranstaltung und einer großen Gala statt. Unter der Gastgeberrolle von MÜSIAD NRW versammelte das Event führende Vertreter aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Finanzwelt, um die zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Europa zu diskutieren. In den Eröffnungsreden wurden die steigende Produktionskapazität der Türkei, die Exportentwicklung, der Aufstieg der türkischen Verteidigungsindustrie sowie die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der türkischen Unternehmer in Europa hervorgehoben.

Wirtschaftliche Präsenz der türkischen Diaspora in Europa

Heute gibt es in Europa über 150.000 türkische Unternehmer, die mehr als 750.000 Arbeitsplätze schaffen und jährlich einen wirtschaftlichen Mehrwert von über 75 Milliarden US‑Dollar generieren. Türkische Unternehmen sind in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Österreich in zahlreichen Branchen fest etabliert – darunter Logistik, Einzelhandel, Bauwesen, Automobilzulieferung, Lebensmittel und Technologie. Besonders die zweite und dritte Generation türkischer Unternehmer prägt zunehmend die Bereiche Technologie, Software, E‑Commerce und Innovation und verändert damit das wirtschaftliche Profil der türkischen Diaspora nachhaltig.

Hochrangige Teilnahme unterstreicht die Bedeutung des Treffens

An der Gala nahmen unter anderem der Vorsitzende des Kuratoriums der İlim Yayma Vakfı (Stiftung zur Förderung von Bildung und Wissenschaft), Necmeddin Bilal Erdoğan, der türkische Botschafter in Berlin Gökhan Turan, der stellvertretende Handelsminister Mahmut Gürcan, Präsidialberater Çağatay Kılıç, AKP‑Vizevorsitzender Zafer Sırakaya, MÜSIAD‑Präsident Burhan Özdemir, YİK‑Präsident Mahmut Asmalı, MÜSIAD‑NRW‑Präsident Yunus Arslan sowie der Präsident des türkischen Investitions- und Finanzamtes Ahmet Burak Dağlıoğlu teil. Schon vor Beginn der offiziellen Reden wurde deutlich, dass die diesjährige AGİK‑Versammlung weit mehr als ein formelles Treffen war. Die hohe Teilnehmerzahl, die Präsenz zahlreicher Entscheidungsträger und die gespannte Erwartungshaltung im Saal zeigten, dass die türkische Wirtschaft in Europa an einem neuen Wendepunkt steht.

„MÜSIAD ist keine Handelsplattform, sondern eine Wertegemeinschaft“

Yunus Arslan

MÜSIAD‑NRW‑Präsident Yunus Arslan eröffnete die Gala mit einer Rede, die sowohl die wirtschaftliche Stärke der türkischen Unternehmer in Europa als auch die ideellen Grundlagen der Organisation hervorhob. Arslan betonte, dass MÜSIAD seit seiner Gründung nicht nur ein Netzwerk für geschäftliche Kontakte sei, sondern eine Wertegemeinschaft, die auf Vertrauen, Integrität, Solidarität und gesellschaftlicher Verantwortung basiere. Diese Werte seien der eigentliche Motor des wirtschaftlichen Erfolgs der türkischen Diaspora.

Er hob hervor, dass türkische Unternehmer in Europa längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil der europäischen Wirtschaftslandschaft geworden seien. Mit über 150.000 Unternehmen und Hunderttausenden Arbeitsplätzen trügen sie nicht nur zur wirtschaftlichen Stabilität ihrer Gastländer bei, sondern stärkten gleichzeitig die wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Rede lag auf der jungen Generation. Arslan erklärte, dass die zweite und dritte Generation türkischer Unternehmer zunehmend globaler, digitaler und innovativer agiere. Gleichzeitig sei es wichtig, diese jungen Talente zu fördern, ihnen Orientierung zu geben und sie in die Strukturen der MÜSIAD einzubinden. Er kündigte neue Mentoring‑Programme, Weiterbildungsinitiativen und Netzwerkplattformen an, die speziell auf junge Unternehmer zugeschnitten sind.

Arslan setzte einen klaren Ton: Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung seien untrennbar miteinander verbunden.

„Ohne starke Familienstrukturen kein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg“

Der Vorsitzende des Obersten Beratungsgremiums von MÜSIAD (YİK), Mahmut Asmalı, stellte in seiner Rede die Bedeutung familiärer und gesellschaftlicher Werte in den Mittelpunkt. Er erklärte, dass die türkische Unternehmenskultur traditionell auf starken familiären Bindungen, gegenseitigem Vertrauen und sozialer Verantwortung basiere. Diese Werte seien nicht nur kulturelle Elemente, sondern ein entscheidender Faktor für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

Mahmut Asmalı

Asmalı warnte, dass die zweite und dritte Generation türkischer Unternehmer in Europa zwar professioneller und globaler agiere, jedoch Gefahr laufe, sich von den familiären Fundamenten zu entfernen, die die erste Generation stark gemacht hätten. Ohne stabile familiäre Strukturen könne wirtschaftlicher Erfolg langfristig nicht bestehen.

Er kündigte an, dass MÜSIAD verstärkt Programme fördern werde, die sowohl unternehmerische Professionalität als auch familiäre Stabilität unterstützen – darunter Mentoring‑Programme, Werte‑Workshops und Initiativen zur Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung.

„Die Türkei ist ein strategischer Akteur in der neuen Weltwirtschaft“

MÜSIAD‑Präsident Burhan Özdemir richtete den Blick auf die globale wirtschaftliche Entwicklung und die Rolle der Türkei in diesem neuen Gefüge. Er erklärte, dass die Türkei in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in den Bereichen Verteidigungsindustrie, Export und Produktion erzielt habe. Diese Erfolge seien nicht nur staatlichen Investitionen, sondern auch dem Engagement der MÜSIAD‑Mitglieder zu verdanken.

Özdemir betonte, dass MÜSIAD heute in 84 Ländern vertreten sei und damit zu einem globalen Akteur geworden sei. Diese internationale Präsenz ermögliche es, wirtschaftliche Netzwerke zu stärken, neue Märkte zu erschließen und türkische Unternehmer weltweit zu unterstützen. Die türkische Diaspora in Europa spiele dabei eine Schlüsselrolle, da sie kulturelle und wirtschaftliche Brücken zwischen der Türkei und Europa bilde.

„Türkische Unternehmer sind eine globale Wirtschaftskraft“

Zafer Sirakaya

AKP‑Vizevorsitzender Zafer Sırakaya präsentierte beeindruckende Zahlen, die die wirtschaftliche Bedeutung der türkischen Diaspora in Europa unterstreichen. Er erklärte, dass türkische Unternehmer in Europa jährlich über 75 Milliarden US‑Dollar an wirtschaftlichem Mehrwert schaffen und mehr als 750.000 Menschen beschäftigen.

Sırakaya betonte, dass türkische Unternehmer nicht nur wirtschaftlich erfolgreich seien, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und europäischen Ländern spielten. Die zweite und dritte Generation setze zunehmend Impulse in technologieorientierten Branchen.

„Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und der Türkei erreicht 65 Milliarden US‑Dollar

Gökhan Turan

Der türkische Botschafter in Berlin, Gökhan Turan, konzentrierte sich in seiner Rede auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Er erklärte, dass das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern im Jahr 2025 die Marke von 65 Milliarden US‑Dollar erreicht habe – ein historischer Höchststand.

Turan betonte, dass die türkische Gemeinschaft in Deutschland eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spiele. Türkische Unternehmer seien in nahezu allen Branchen vertreten und trügen maßgeblich zur wirtschaftlichen Dynamik Deutschlands bei.

„Eine starke Diaspora bedeutet eine starke Türkei

Bilal Erdogan

Der Vorsitzende des Kuratoriums der İlim Yayma Vakfı, Necmeddin Bilal Erdoğan, stellte die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei in den letzten zwei Jahrzehnten in den Mittelpunkt. Er erklärte, dass die türkische Wirtschaft seit 2002 um das 6,5‑Fache gewachsen sei und heute zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Region gehöre.

Erdoğan betonte, dass die türkische Diaspora in Europa ein entscheidender Bestandteil dieser Entwicklung sei. Ethisches Unternehmertum, gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung seien zentrale Werte, die MÜSIAD seit Jahrzehnten vertrete.

„Europa bleibt ein zentraler Markt für die türkische Wirtschaft“

Der stellvertretende Handelsminister Mahmut Gürcan hob hervor, dass Europa weiterhin der wichtigste Handelspartner der Türkei sei. Er erklärte, dass die Türkei ihre Exportkapazitäten in den letzten Jahren deutlich gesteigert habe und türkische Produkte in Europa zunehmend gefragt seien – von der Automobilindustrie bis zur Lebensmittelbranche.

Gürcan verwies auf neue staatliche Programme zur Unterstützung von Exporteuren, zur Förderung von Innovation und zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Er lobte die Rolle von MÜSIAD als Vermittler zwischen Unternehmern und staatlichen Institutionen.

„Wirtschaftliche Stabilität ist der Schlüssel zu politischer Stärke“

Präsidialberater Çağatay Kılıç stellte die Verbindung zwischen wirtschaftlicher Stabilität und politischer Stärke heraus. Er erklärte, dass die Türkei in einer zunehmend komplexen globalen Landschaft agiere und dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ein entscheidender Faktor für internationale Handlungsfähigkeit sei.

Kılıç betonte, dass die türkische Diaspora in Europa eine wichtige Rolle spiele, da sie sowohl wirtschaftliche als auch diplomatische Brücken schaffe.

MÜSIAD als Brücke im deutsch‑türkischen Handel

Zum Abschluss wurde die Rolle von MÜSIAD im deutsch‑türkischen Handel hervorgehoben. Die Organisation fungiert als wirtschaftliche Brücke zwischen beiden Ländern, unterstützt Unternehmen bei Exportprozessen, schafft neue Investitionskanäle und trägt zur Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen bei.

Fachleute erwarten, dass MÜSIAD in den kommenden Jahren eine noch wichtigere Rolle im wachsenden Handelsvolumen zwischen Deutschland und der Türkei spielen wird.

Fotos: LokaleBlicke, Haberinsaati,Müsiad NRW

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