Duisburg

Die Kartoffel stärken

Die Folgen der Klimaveränderungen sowie steigender Schädlingsbefall haben Auswirkungen auf das Wachstum der Kartoffel. Um diese dagegen zu wappnen und in ihrer Fruchtfolge zu stärken, entwickelt die Hochschule Rhein-Waal gemeinsam mit Partnern in einem Verbundprojekt ein Formulierungsverfahren mit Nutzpilzen.

Kleve/Kamp-Lintfort, 5. Februar 2020: Die Kartoffel ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen in Deutschland und Europa. Doch das sich stetig erwärmende Klima, zunehmende Wetterextreme wie Trockenheit oder Starkregenereignisse und steigender Schädlingsbefall setzen der Knolle immer stärker zu.

Die Hochschule Rhein-Waal forscht jetzt in einem Verbundprojekt mit der Fachhochschule (FH) Bielefeld und den Unternehmen BIOCARE und Feldsaaten Freudenberger daran, wie Kartoffeln gegenüber Umwelteinflüssen besser geschützt werden können und so ein höherer oder sicherer Ertrag erzielt werden kann. Das Forschungsprojekt „Entwicklung von innovativen Formulierungsverfahren mit Nutzpilzen als neuartige Pflanzenstärkungsmittel für die Kartoffelfruchtfolge (FORK)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Von den Mitteln gehen 330.000 Euro an die Hochschule Rhein-Waal. Geforscht wird hier unter der Leitung von Professor Dr. Florian Wichern, Professor für Bodenkunde und Pflanzenernährung.

Voraussetzung für eine optimale Pflanzenentwicklung sind eine ausreichende Nährstoffversorgung, gute Bodenbedingungen und Wurzeln, die widerstandsfähig gegenüber Schädlingen wie Nematoden (Fadenwürmern) sind. Das Besondere an dem Projekt ist, dass sowohl die Kartoffel als auch die Zwischenfrucht gestärkt werden sollen. Eine Zwischenfrucht wird im Herbst gepflanzt und sorgt für günstigere Bodenbedingungen und soll mit Hilfe der im Projekt entwickelten Anwendung das Vorkommen pflanzenschädlicher Nematoden im Boden reduzieren. Die Qualität der Kartoffeln, die in der Fruchtfolge dann im Frühjahr gepflanzt werden, wird so langfristig verbessert. Auch die Kartoffel selbst kann durch bestimmte Nutzpilze gestärkt werden.

Als Gesamtziel des Verbundvorhabens gilt es, Formulierungs- und sogenannte Ummantelungsverfahren (Saatgutcoatings) mit verschiedenen Nutzpilzen zu entwickeln, die die Fruchtfolge nachhaltig stärken sollen. „Aufgabenschwerpunkt an der Hochschule Rhein-Waal sind die Wirksamkeitstests der entwickelten Produkte im System Pflanze-Boden in Gefäßversuchen im Klimahaus und mittels Laboranalysen. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit der Verfahren, auch im Feld, in Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben getestet“, erklärt Professor Wichern. Für die Zukunft erhoffen sich alle Beteiligten, dass sich diese Methode auch auf anderes Saatgut anwenden lässt, um noch mehr Pflanzen gegen widrige Umweltbedingungen zu rüsten.

 

 

Bildunterschrift: Professor Wichern (hintere Reihe, 1. v.r.) mit dem Projektteam der Hochschule Rhein-Waal, der FH Bielefeld, der Firmen Freudenberger und BIOCARE sowie der assoziierten Projektpartner der Universität Kassel und des Julius Kühn-Instituts

Foto: Anja Heidsiek

 

Hochschule Rhein-Waal

Die Hochschule Rhein-Waal wurde am 1. Mai 2009 gegründet und steht mit ihrem Konzept für eine innovative, interdisziplinäre und internationale Ausbildung junger Menschen. An den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort bietet die Hochschule insgesamt 25 Bachelor- und elf Master-Studiengänge an vier Fakultäten – „Technologie und Bionik“, „Life Sciences“, „Gesellschaft und Ökonomie“ und „Kommunikation und Umwelt“ – an. Die Studieninhalte an der Hochschule Rhein-Waal sind wissenschaftlich, anwendungsorientiert und international ausgerichtet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Qualität und Praxisnähe in Lehre und Forschung aus. Etwa 75 Prozent der Studiengänge werden in englischer Sprache gelehrt und inzwischen lernen über 7.300 Studierende aus mehr als 120 Nationen gemeinsam in einem Umfeld, das viele gezielt wegen der kulturellen Vielfalt und Internationalität gewählt haben. Dadurch werden den Studierenden ein interkultureller Austausch sowie eine optimale Vorbereitung auf den nationalen und internationalen Arbeitsmarkt eröffnet.

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