Trockenheit, Niedrigwasser und Waldbrandgefahr: FDP/BZD bringt konkrete Folgen des Klimawandels auf die Tagesordnung
Trockenheit, Niedrigwasser und Waldbrandgefahr: FDP/BZD bringt konkrete Folgen des Klimawandels auf die Tagesordnung
Die Folgen der diesjährigen Trockenheit und Wasserknappheit beschäftigen auch den Kreis Wesel. Die FDP/BZD-Fraktion im Kreistag Wesel hat sich deshalb in den vergangenen Monaten mit konkreten Fragestellungen auseinandergesetzt und mehrere Anfragen und Anträge auf den Weg gebracht.
Im Mittelpunkt standen das außergewöhnliche Niedrigwasser am Rhein, Auswirkungen auf Wirtschaft und Infrastruktur, die Waldbrandvorsorge sowie die Wasserversorgung von Wildtieren.
„Wir haben uns bewusst mit den konkreten Folgen beschäftigt, die längere Trockenperioden und niedrige Wasserstände für unseren Kreis haben können. Uns geht es darum, frühzeitig Fragen zu stellen, Informationen zusammenzutragen und Handlungsbedarf zu erkennen“, erklärt Constantin Borges, Vorsitzender der FDP/BZD-Fraktion im Kreistag Wesel.Niedrigwasser am Rhein: Folgen für Wirtschaft und Wasserhaushalt
Besonders deutlich wurde die Situation in diesem Sommer beim Rhein. Am Pegel Wesel wurden am 14. August 2026 lediglich 68 Zentimeter, mittags sogar nur 67 Zentimeter gemessen. Damit lag der Wasserstand deutlich unter dem in den ELWIS-Stammdaten ausgewiesenen niedrigsten bekannten Wasserstand von 88 Zentimetern aus dem Jahr 2022.
Die FDP/BZD-Fraktion hat deshalb eine umfassende Anfrage zu den Folgen des Niedrigwassers für Wirtschaft, Infrastruktur und Wasserhaushalt im Kreis Wesel gestellt.
Dabei geht es unter anderem um mögliche Konsequenzen für Schifffahrt, DeltaPort, Industrie, Logistik und regionale Lieferketten. Auch die Situation von Fähren und Tourismus sowie Veränderungen bei Grundwasserständen, kleineren Fließgewässern und wasserwirtschaftlichen Anlagen sollen betrachtet werden.
„Der Rhein ist für den Kreis Wesel wirtschaftlich und infrastrukturell von großer Bedeutung. Niedrige Wasserstände können die Beladung von Schiffen begrenzen, Transporte verteuern und Lieferketten belasten. Gleichzeitig müssen wir die Veränderungen in unserem Wasserhaushalt im Blick behalten“, so Borges.
Darüber hinaus fragt die Fraktion nach möglichen Veränderungen bei Grundwasserständen, kleineren Fließgewässern und wasserwirtschaftlichen Anlagen sowie danach, welche Maßnahmen der Kreis gemeinsam mit Land, Bund und weiteren zuständigen Stellen für länger anhaltende Niedrigwasserlagen für notwendig hält.Waldbrandvorsorge im Kreis Wesel
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorsorge für Wald- und Vegetationsbrände. Die FDP/BZD-Fraktion hat hierzu im August eine Anfrage an die Kreisverwaltung gerichtet.
Im Kreis Wesel befinden sich mit Dämmerwald, Üfter Mark, Diersfordter Wald, Leucht und Bönninghardt größere Waldgebiete. Trockenheit und örtliche Gegebenheiten können dort bei Waldbränden besondere Anforderungen an Feuerwehr und Katastrophenschutz stellen.
Relevant ist zudem die mögliche Belastung einzelner Waldflächen mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese kann die bodengebundene Brandbekämpfung erschweren. Die Fraktion hat deshalb unter anderem nach besonders waldbrandgefährdeten Flächen, Einsatzplanungen und den Möglichkeiten der luftgestützten Brandbekämpfung gefragt.
„Bei Waldbränden müssen wir vorbereitet sein, bevor es brennt. Deshalb interessiert uns insbesondere, welche Kapazitäten im Ernstfall tatsächlich zur Verfügung stehen und ob auch für schwierige Einsatzlagen ausreichend Möglichkeiten zur Brandbekämpfung aus der Luft vorhanden sind“, erklärt Borges.Trockenheit und Wasserversorgung von Wildtieren
Auch die Auswirkungen der Trockenheit auf die heimische Tierwelt hat die FDP/BZD-Fraktion aufgegriffen. Mit Antrag 016-2026 wurde für den Ausschuss für Planung, Umwelt und Klima der Tagesordnungspunkt „Trockenheit und Wasserversorgung von Wildtieren im Kreis Wesel“ beantragt.
Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob natürliche Wasserstellen während der diesjährigen Trockenperiode erheblich beeinträchtigt oder ausgetrocknet sind und welche Maßnahmen gegebenenfalls durch Jagdausübungsberechtigte, Hegeringe, Waldbesitzer oder andere Verantwortliche ergriffen wurden.
Darüber hinaus geht es um mögliche Beobachtungen zu geschwächten oder verendeten Tieren sowie die Frage, ob sich während der Trockenperiode Veränderungen bei den Wildunfällen feststellen lassen.
„Auch hier wollen wir zunächst wissen, was vor Ort tatsächlich beobachtet wurde. Wenn sich zeigt, dass längere Trockenperioden für Wildtiere zu einem konkreten Problem werden, muss darüber gesprochen werden, wie die beteiligten Akteure künftig besser zusammenarbeiten können“, sagt Borges.Konkrete Fragen und Vorsorge
Für die FDP/BZD-Fraktion zeigen die vergangenen Monate, wie eng die verschiedenen Folgen trockener und niederschlagsarmer Phasen miteinander verbunden sind. Sinkende Wasserstände im Rhein, trockene Böden und Wälder sowie die Belastung von Ökosystemen können dabei unterschiedliche Bereiche im Kreis Wesel gleichzeitig betreffen.
„Wir haben uns im Sommer mit verschiedenen konkreten Fragestellungen beschäftigt. Dabei geht es letztlich um einen gemeinsamen Zusammenhang: Wie gut ist der Kreis Wesel auf längere Trockenperioden und deren Folgen für Wasserhaushalt, Wirtschaft, Natur, Infrastruktur und Gefahrenabwehr vorbereitet?“, so Borges.
Die Fraktion will die Antworten und Erkenntnisse aus den verschiedenen Bereichen auswerten und daraus gegebenenfalls weiteren Handlungsbedarf ableiten.
