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Kultur und Vereine

Eine Reise, die sein Leben veränderte: Jaro (13) hilft Kindern in Erzurum

Troisdorfer Schüler engagiert sich bei Hilfsprojekt in der Osttürkei und sammelt Erfahrungen fürs Leben

Was als gewöhnliches Schulpraktikum begann, entwickelte sich für den 13-jährigen Jaro Nölke aus Troisdorf zu einer außergewöhnlichen Reise voller Begegnungen, Hilfsbereitschaft und unvergesslicher Erlebnisse. Gemeinsam mit dem Verein „Hamd Evi – Haus der Dankbarkeit“ reiste der junge Schüler in die Osttürkei, um bedürftige Kinder zu unterstützen und ihnen mit Schulmaterialien und kleinen Geschenken eine Freude zu bereiten.

Die Idee entstand ursprünglich im Rahmen eines einwöchigen Schulpraktikums. Jaro wollte dieses beim sozial engagierten Verein absolvieren, der sich seit Jahren für Hilfsprojekte im In- und Ausland einsetzt. Als sich jedoch herausstellte, dass der Verein während der Praktikumswoche eine Hilfsreise nach Erzurum plante, ergab sich eine besondere Gelegenheit.

Statt ein Praktikum im Büro zu absolvieren, erhielt Jaro das Angebot, die Arbeit des Vereins direkt vor Ort kennenzulernen und aktiv an einem sozialen Hilfsprojekt mitzuwirken. Seine Familie unterstützte die Idee und übernahm die Reisekosten. Für den 13-Jährigen bedeutete dies nicht nur ein außergewöhnliches Praktikum, sondern auch die erste Auslandsreise ohne seine Eltern.

Erste Flugreise seines Lebens

Am 14. September begann die Reise am Flughafen Köln/Bonn. Für Jaro war es ein Tag voller Premieren: Zum ersten Mal bestieg er ein Flugzeug und machte sich auf den Weg in ein Land, das er bisher nur aus Erzählungen kannte.

Nach einem Zwischenstopp in Ankara erreichte die Gruppe ihr Ziel in Erzurum. Dort standen Besuche in mehreren Dorfschulen auf dem Programm. Gemeinsam mit den Helferinnen und Helfern des Vereins verteilte Jaro Schulranzen, Schreibwaren, Lernmaterialien und kleine Geschenke an Kinder aus einkommensschwachen Familien.

Dabei beschränkte sich der Schüler nicht auf das Zuschauen. Er half beim Transport der Hilfsgüter, unterstützte die Organisation und beteiligte sich aktiv an den Verteilungen.

Strahlende Kinderaugen als wertvollste Erinnerung

Besonders beeindruckt zeigte sich Jaro von der Freude, die die neuen Schulmaterialien bei den Kindern auslösten. Viele öffneten ihre Geschenke voller Begeisterung, verglichen ihre neuen Schulsachen mit Freunden oder präsentierten stolz ihre Schulranzen.

„Man hat gesehen, wie glücklich die Kinder waren“, berichtet das Team des Vereins. Dinge, die in Deutschland oft selbstverständlich erscheinen, können für Kinder in anderen Regionen der Welt eine enorme Bedeutung haben.

Für Jaro wurde schnell deutlich, dass die wertvollsten Momente dieser Reise nicht auf Fotos festgehalten werden konnten. Es waren die Begegnungen mit den Kindern, ihre Dankbarkeit und ihre ehrliche Freude, die einen bleibenden Eindruck hinterließen.

Wenn ein Lächeln alle Sprachbarrieren überwindet

Obwohl Jaro kein Türkisch sprach und viele Kinder kein Deutsch verstanden, entstanden schnell herzliche Begegnungen. Worte spielten dabei oft nur eine untergeordnete Rolle.

Ein freundlicher Blick, gemeinsames Lachen oder ein einfaches Lächeln genügten, um miteinander in Kontakt zu treten.

Der wohl treffendste Satz für diese Reise lautet deshalb:

„Das Lächeln eines Kindes braucht keinen Übersetzer.“

Denn Freude, Mitgefühl und Menschlichkeit sind Werte, die überall auf der Welt verstanden werden.

Von Erzurum bis nach Istanbul

Neben den Hilfsaktionen erhielt Jaro auch die Möglichkeit, die Türkei näher kennenzulernen. Er gewann Einblicke in das Leben der Menschen in Erzurum und besuchte anschließend Istanbul.

Dort konnte er historische Sehenswürdigkeiten entdecken, die einzigartige Atmosphäre der Millionenmetropole erleben und bei einer Bootsfahrt auf dem Bosporus die kulturelle Vielfalt der Stadt kennenlernen.

So wurde aus einer Praktikumswoche weit mehr als eine schulische Pflichtveranstaltung. Es wurde eine Reise voller neuer Eindrücke, kultureller Erfahrungen und persönlicher Entwicklung.

Mehr als nur ein Schulpraktikum

Als Jaro nach Deutschland zurückkehrte, wartete am Flughafen bereits seine Familie auf ihn. Für alle Beteiligten war klar, dass dieses Praktikum etwas ganz Besonderes gewesen war.

Der 13-Jährige hatte nicht nur einen Einblick in die Arbeit einer Hilfsorganisation erhalten. Er hatte erlebt, wie es ist, Verantwortung zu übernehmen, anderen Menschen zu helfen und mit kleinen Gesten große Freude zu schenken.

Vielleicht lässt sich diese außergewöhnliche Geschichte am besten mit einem einzigen Satz zusammenfassen:

Das Lächeln eines Kindes braucht keinen Übersetzer.

Denn manchmal reichen Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und ein offenes Herz aus, um Menschen über Ländergrenzen, Kulturen und Sprachen hinweg miteinander zu verbinden.

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