Vermischtes

Das Leid der alten Dame – Hilfe kommt vom Taxiunternehmer

Oberhausen. (LB NRW) Mit ihren 85 Jahren lebte Ina K. in ihrem eigenen Haus und war eigentlich für alles gerüstet, was sich ihr noch bieten würde. Doch manchmal kann einen auch das Vertrauen zu Fall bringen.

Der Taxiunternehmer Sezgin Onur erfuhr von der Geschichte, als die Dame in Tränen aufgelöst und mit blauen Flecken in sein Taxi einstieg. Entsetzt hörte er, wie sehr das Leben von Frau K. aus dem Ruder gelaufen war. Ursprünglich hatte sie nur eine Begleitung für einen Kinobesuch gesucht, zu dem sich eine 66-jährige ehemalige Altenpflegerin gemeldet hatte. Frau K. war von ihr sehr angetan und dachte, eine neue Freundin gefunden zu haben. Wie sich erst sehr spät herausstellen sollte, war sie nur einer Betrügerin aufgesessen, welche die alte Dame nach Strich und Faden ausnehmen wollte.

Zunächst wurde Frau K. überzeugt, ihr Haus und große Teile ihrer Besitztümer wie Schmuck und ähnliches zu verkaufen. Stattdessen könne sie zu der Jüngeren in deren Anbau ziehen; immerhin hätte sie auch eine ausgebildete Altenpflegerin dann um sich. Dort eingezogen, ließ die jüngere Frau aber das freundliche Antlitz gegenüber der alten Dame fallen und kommandierte sie herum. Es kam sogar so weit, dass Frau K. geschlagen und getreten wurde. Zu dem Zeitpunkt floh sie zu einer anderen Bekannten, konnte aber dort nicht lange bleiben und musste sich ein Hotel suchen.

Dies war die Fahrt, für die Sezgin Onur mit seinem Taxi ihr die Tür öffnete. Ihm erzählte Frau K. auch, dass sie ja aus dem Verkaufserlös ihres Lebenswerkes ein gutes Vermögen auf ihr Bankkonto bekam. Aber der vermeintlichen Freundin hatte sie eine Bankvollmacht gegeben, mit welcher diese das Geld nach und nach abzapfe. An der Stelle schritt Taxifahrer Onur ein. Bevor er die alte Dame zu einem Hotel fahren würde, war die Bank dran, um alles Geld zu sichern, das Frau K. noch auf ihrem Konto hatte.

Zumindest 50.000 Euro blieben Frau K. noch erhalten, nachdem beinahe das Doppelte bereits verschwunden war. Aber sie steht nun ohne Dach über dem Kopf da und muss von Hotel zu Hotel tingeln, eben immer dort, wo sich eine Lücke zwischen den reichlichen vorweihnachtlichen Buchungen ergab. Sezgin Onur hat sie von Hotel zu Hotel gefahren und unterstützt sie dabei, hofft aber, dass die Odyssee bald ein dauerhaftes Ende finden kann. „Da ist keine Achtung mehr vor älteren Menschen in der Welt“, beklagt er.

Einen Hoffnungsschimmer bot die Gewo (Gemeinnütziger Wohnungsbau) am Dienstag, als sie informiert wurde. Es stehen tatsächlich Wohnungen zur Verfügung, die sich Frau K. ansehen kann. Mit etwas Glück hat sie sogar noch in dieser Woche wieder ein Dach über dem Kopf.

In der Zwischenzeit hat Frau K. Anzeige gegen die Betrügerin erhoben, vertreten durch ihren Rechtsanwalt Mustafa Kocaoglu. Die Bankvollmacht hat der Anwalt bereits widerrufen und hofft, in weiteren Schritten Gerechtigkeit für seine Mandantin zu erringen.

 

Fotos: Privat

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