Aushängeschild mit globaler Reichweite
Aushängeschild mit globaler Reichweite
Das Moers-Festival steht für internationale Ausstrahlung. Und ist zugleich stark regional verankert.
Als Kind stand Tim Isfort auf seinem Bonanzarad und blickte über einen Zaun in eine andere Welt. Er sah, wie Jazzfans im Moerser Stadtpark bei einem Festival tanzten und feierten. „Diese Bilder haben mich geprägt“, sagt Isfort. Seit 2017 lenkt er selbst die Geschicke des international renommierten Moers-Festivals.
Was einst aus der Aufbruchsstimmung der 1970er-Jahre entstand, ist heute ein kulturelles Aushängeschild mit globaler Reichweite. Künstler aus aller Welt kennen das Festival am Niederrhein. „ Unsere Veranstaltung hat wirklich eine Strahlkraft von Moers über New York bis nach Tokio“, sagt Isfort.
Internationale Besucher kommen für Festival in die Stadt
Diese Bekanntheit zahlt direkt auf den Standort ein. Das Festival bringt internationale Besucher nach Moers – und damit Kaufkraft und Aufmerksamkeit. Und ein positives Image. Gerade für eine mittelgroße Stadt ist das ein wichtiger Faktor im Wettbewerb. „Wir selbst sind auf jeden Fall ein Motor“, betont Isfort. Hotels sind regelmäßig ausgelastet. Besucher beleben Gastronomie und Einzelhandel. Regionale Dienstleister profitieren von Aufträgen rund um Technik, Logistik und Sicherheit.
Dabei geht es längst nicht nur um kurzfristige Effekte. Das Festival hat sich in den vergangenen Jahren strukturell deutlich weiterentwickelt. Aus einer eher improvisierten Organisation ist ein professioneller Betrieb geworden – mit langfristigem Plan, klarer Struktur, festen Arbeitsplätzen und gewachsenen Teams.
Erwartet unerwartet
Gleichzeitig bleibt das inzwischen fünftägige Musikfest seiner inhaltlichen Linie treu. Es setzt bewusst auf das Unerwartete. „Alles abseits des Mainstreams hat auf der Bühne Platz“, sagt Isfort. Genau diese klare Positionierung macht Moers in der Musikszene international relevant.
Für Isfort ist das Festival dabei mehr als ein Job. Als Jugendlicher berichtete er für die Schülerzeitung vom Geschehen. Er erlebte US-Größen wie David Moss und Arto Lindsay hautnah. Es waren Erfahrungen, die seinen Weg prägten. „Da hat sich für mich eine neue musikalische Welt geöffnet“, erinnert er sich.
Mehr als ein kulturelles Ereignis
Heute verbindet der 58-Jährige diese persönliche Perspektive mit seiner strategischen Vision. Er will das Festival weiterentwickeln, ohne seine Wurzeln zu kappen. Deswegen ist die Veranstaltung auch in die Moerser Innenstadt zurückgekehrt. „Das bringt mehr Frequenz, mehr Austausch und mehr Sichtbarkeit“, sagt Isfort.
Für Moers ist das Festival damit weit mehr als ein kulturelles Ereignis. „Wir sind Impulsgeber, Imageträger und nachhaltiger Wirtschaftsfaktor zugleich“, so Isfort.
Foto: © Kurt Rade