2,07 Millionen Euro für klimaangepasste Umgestaltung der Schulhöfe an der UNESCO-Gesamtschule
2,07 Millionen Euro für klimaangepasste Umgestaltung der Schulhöfe an der UNESCO-Gesamtschule
Förderbescheid für Projekt „Klimaangepasste Umgestaltung der Schulhöfe“ wird an die Stadt Kamp-Lintfort übergeben
Für die klimaangepasste Umgestaltung der beiden Schulhöfe der UNESCO-Gesamtschule am Kamper Dreieck erhält die Stadt Kamp-Lintfort Fördermittel in Höhe von 2.069.904,20 Euro. Der Förderbescheid wurde heute persönlich von Landesminister (MUNV) Oliver Krischer an Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt übergeben.
Das Land Nordrhein-Westfalen stellt die von der EU bereitgestellten Fördermittel im Rahmen des Förderprojektes „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ nun nach Prüfung durch die Bezirksregierung Düsseldorf der Stadt Kamp-Lintfort konkret zur Verfügung.
Die beiden Schulhöfe sind derzeit zu rund 80 Prozent versiegelt und bieten wenig Schutz vor Hitze. Das Regenwasser wird weitgehend in die Kanalisation abgeleitet und kann so vor Ort nicht genutzt werden oder verdunsten. Im Zuge der Neuplanung, die durch einen Ergänzungsneubau ermöglicht wurde, konnten viele Aspekte aus dem Klimaanpassungskonzept und dem Masterplan Klima für Kamp-Lintfort berücksichtigt werden. Auch die Schulgemeinschaft wurde in die Entwurfsplanung einbezogen.
Umweltminister Oliver Krischer unterstreicht:„Wie wichtig Klimaanpassung ist, sehen wir gerade in diesem Sommer sehr deutlich. Genau deshalb unterstützen wir Kamp-Lintfort bei der Umgestaltung der Schulhöfe. Weniger Beton, mehr Grün, mehr Schatten: Das schützt die Kinder vor Hitze und macht Schule lebenswerter. Ein Beispiel dafür, wie Klimaanpassung in Nordrhein-Westfalen vor Ort ankommt.“
„Mit der Umgestaltung der Schulhöfe schaffen wir einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung in unserer Stadt. Weniger versiegelte Flächen, mehr Grün, zusätzliche Bäume und die Nutzung des Regenwassers vor Ort verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern schaffen zugleich attraktive Räume für Bewegung, Aufenthalt und Lernen. Besonders wichtig ist uns, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Wünsche in die Planung einbringen konnten und der Schulhof künftig auch als Lern- und Erfahrungsraum genutzt werden kann“, betont Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt.
Künftig werden die Schulhöfe zu klimaangepassten, naturnahen Bewegungs- und Aufenthaltsräumen mit einem Grünen Klassenzimmer umgestaltet. Davon profitieren knapp 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte.
Ein zentraler Bestandteil ist die deutliche Reduzierung der versiegelten Flächen. Insgesamt werden 869,574 Quadratmeter entsiegelt. Die 18 neu gepflanzten Bäume stammen aus der GALK-Zukunftsbaumliste und sind gezielt im Hinblick auf Klimaresilienz, Anpassungsfähigkeit und Robustheit ausgewählt. Mit einem Stammumfang von mindestens 20 – 30 cm tragen sie von Beginn an spürbar zur Verschattung bei. Ergänzend wird eine klimaresiliente Staudenmischung eingesetzt, die nicht nur das Mikroklima verbessert, sondern auch die Biodiversität auf dem Schulhof erhöht. Eine extensive Streuobstwiese mit Regio-Saatgut unterstützt zusätzlich die lokale Klimaanpassung und schafft weitere Schattenbereiche.
Auch die verbleibenden befestigten Flächen werden klimaangepasst gestaltet. Unterschiedliche Pflastersysteme mit verbesserten Eigenschaften für Versickerung, Verdunstung und Aufheizung kommen zum Einsatz. Die Sportflächen erhalten versickerungsfähige Beläge wie Kunstrasen bzw. einen entsprechenden Kunststoffbelag.
Die Entwässerung wird nach dem Schwammstadtprinzip neu organisiert. Der überwiegende Teil des Niederschlagswassers einschließlich der umliegenden Dachflächen soll vor Ort versickern. Für größere Niederschlagsmengen und Starkregen wird eine 1.355,07 Quadratmeter große Versickerungsmulde auf einem angrenzenden Feld angelegt. Das bisherige Kanalsystem wird abgekoppelt, aber ein Notüberlauf bleibt an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen.
Zusätzlich wird Regenwasser aus der Dachentwässerung in Regentonnen gesammelt und kann zur Bewässerung der Pflanzen genutzt werden.
Der im Beteiligungsprozess geäußerte Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten wurde vielfältig aufgegriffen. Der westliche Schulhof wird als Ruhe- und Entspannungsbereich gestaltet. Ein großes Holzdeck kann als Sitzfläche und Open-Air-Bühne genutzt werden. Weitere Sitzmöglichkeiten, Hängematten und Hochbeete ergänzen den Bereich.
Der östliche Schulhof bildet den Sport- und Bewegungsschwerpunkt mit Basketball- und Soccerfeld sowie dem Grünen Klassenzimmer. Staudenpflanzungen, ein Sandarium für Erdbienen und Totholzhaufen fördern Artenvielfalt und Umweltbildung. Infotafeln und mögliche Experimentierstationen wie eine Wetterstation oder Sonnenuhr machen den Schulhof zu einem Lern- und Erlebnisraum, der über die Pausennutzung hinausgeht.
Bild v.l.n.r.: Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW), Katrin Burchartz-Schiel (Schulleitung UNESCO-Schule), Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt
