Wirtschaft: Reformen müssen schneller ankommen
Wirtschaft: Reformen müssen schneller ankommen
NRW-Innenminister Reul spricht vor Gästen der Niederrheinischen IHK
Die Vollversammlung der Niederrheinische IHK traf sich zur Sommersitzung in Kamp-Lintfort. Dabei zog das Parlament der regionalen Wirtschaft Bilanz: Innenpolitische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und wachsende Nachweis-Pflichten setzen die Unternehmen am Niederrhein unter Druck. Hinzu kommen hohe Energiekosten und Steuern. Deshalb forderte IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers im Austausch mit NRW-Innenminister Herbert Reul: „Die Politik hat die Probleme erkannt und erste Schritte eingeleitet. Doch das reicht nicht aus. Wir müssen deutlich schneller werden.“
Schaurte-Küppers sprach über die angespannte Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen. Gerade die Städte und Gemeinden stehen vor großen finanziellen Herausforderungen. Dabei spielen sie eine Schlüsselrolle für die Attraktivität von Wirtschaftsstandorten. Die IHK beobachtet, dass immer mehr Kommunen am Niederrhein die Gewerbesteuern erhöhen. Dabei entscheidet sich gerade vor Ort, wie attraktiv ein Standort ist. Und dorthin wandern auch die Betriebe.
Innenminister Reul: „Sicherheit kein Luxus“
Als Gastredner nahm NRW-Innenminister Herbert Reul an der Veranstaltung teil. Er unterstrich die Bedeutung von Sicherheit für Wirtschaft und Gesellschaft: „Sicherheit ist ein harter Standortfaktor. Wer investieren und Arbeitsplätze schaffen will, muss sich darauf verlassen können, dass der Staat handlungsfähig ist. Früher brauchte der Täter einen Revolver, heute reichen Laptop oder Handy. Wenn wir da nicht Schritt halten, zahlt am Ende auch die Wirtschaft die Zeche. Deshalb rüsten wir unsere Sicherheitsbehörden digital auf, gehen entschlossen gegen Extremisten, Terroristen und Cyberkriminelle vor und stärken so die Widerstandskraft unseres Landes. Auch hier am Niederrhein.“
Die Niederrheinische IHK würdigte ausdrücklich, dass die Landesregierung bei Gewalt, Extremismus und (Cyber)-Kriminalität durchgreift. Sicherheit ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig machten die Vertreter der Wirtschaft deutlich: Bei den aktuellen Herausforderungen müssen Deutschland und Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich und gesellschaftlich resilienter werden.
IHK-Präsident: „Wirtschaft übernimmt Verantwortung“
Trotz aller Belastungen zeigte sich die Vollversammlung zuversichtlich. Die Region verfüge über starke Industrieunternehmen, einen leistungsfähigen Mittelstand, hervorragende wissenschaftliche Einrichtungen und engagierte Unternehmer. „Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus, investieren, entwickeln Innovationen und übernehmen Verantwortung –
oft weit über das eigene Unternehmen hinaus“, lobte Schaurte-Küppers. Und weiter: „Die Wirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dafür braucht sie verlässliche Partner in Politik und Verwaltung. Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, unser Land stärker, sicherer und wettbewerbsfähiger zu machen.“
BU: NRW-Innenminister Reul sprach beim IHK-Sommerempfang über Sicherheit.
Foto: Niederrheinische IHK / Hendrik Grzebatzki