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Gesundheit

Richtige Diagnose und Therapie: Krankenhaus Bethanien hilft junger Patientin mit seltener Erkrankung

Trachealstenose – wenn Atemnot kein Asthma ist

Eine junge Patientin litt laut eigener Aussage seit vielen Jahren unter wiederkehrenden Atemwegsinfekten, eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit und Atembeschwerden. Als Ursache wurde ein Asthma bronchiale vermutet und behandelt – bis in der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Krankenhauses Bethanien Moers schließlich die tatsächliche Ursache gefunden wurde: eine seltene sogenannte idiopathische Trachealstenose. Chefarzt Dr. Peter Caspar Schulte erklärt: „Unter dieser versteht man eine Verengung der Luftröhre. Dadurch kann die Luft beim Ein- und Ausatmen nicht mehr ungehindert durch die Atemwege strömen. Je nach Ausprägung können Beschwerden wie Atemnot, Husten, pfeifende Atmung und eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit auftreten. Da diese Symptome zunächst unspezifisch sind, wird eine Verengung der Luftröhre nicht immer sofort erkannt. Insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten kann die Symptomatik zunächst beispielsweise einem Asthma bronchiale zugeschrieben werden.“

Symptome einer Trachealstenose
Schulte unterstreicht, dass ein wichtiger Hinweis unter anderem Beschwerden seien, die trotz vermeintlich passender Behandlung anhielten oder sich nicht so entwickelten, wie es bei der zunächst vermuteten Erkrankung zu erwarten sei. Auch wiederkehrende Atemwegsinfekte, eine zunehmende Belastungsluftnot oder auffällige Atemgeräusche könnten Anlass für eine weiterführende Diagnostik sein. Bei entsprechendem Verdacht liefern dann bildgebende Untersuchungen und insbesondere eine Bronchoskopie weitere wichtige Informationen. Die Patientin beschreibt die Situation so: „Mein Symptome begannen bereits vor 20 Jahren. Während dieser Zeit wurde ich mit der Diagnose Bronchiales Asthma behandelt, das auf meine Allergien, wie Heuschnupfen, zurückführen ist. Ich bekam verschiedene Asthma-Sprays – doch nichts half.“ „Im Fall unserer jungen Patientin führten diese fehlende Besserung unter der bisherigen Behandlung und ihre Beschwerden schließlich zur weiterführenden Diagnostik. Dabei wurde die ausgeprägte Verengung der Luftröhre festgestellt“, so der Moerser Chefarzt.

Ursachen der Erkrankung
Trachealstenosen können unterschiedliche Ursachen haben: Häufig entstehen sie nach einer länger andauernden künstlichen Beatmung mit Intubation oder nach einer Tracheotomie (chirurgischer Eingriff, bei dem die Luftröhre geöffnet wird, um einen direkten Zugang zur Luftröhre am Hals zu schaffen). Weitere mögliche Ursachen sind Verletzungen, Tumorerkrankungen oder entzündliche beziehungsweise autoimmune Erkrankungen. „Bei manchen Patientinnen und Patienten lässt sich jedoch trotz umfangreicher Diagnostik keine konkrete Ursache feststellen. Man spricht dann von einer idiopathischen Trachealstenose – so wie bei unserer Patientin“, fasst Dr. Schulte zusammen. Diese seltene Form betrifft überwiegend Frauen und tritt häufig im jüngeren Erwachsenenalter auf.

Interdisziplinäre Behandlung unter einem Dach
„Nach der Diagnosestellung wurde der Befund in unserem Lungenzentrum ausführlich und interdisziplinär besprochen. Neben unserer pneumologischen Expertise und der Erfahrung in der interventionellen Bronchoskopie waren die in der Trachealchirurgie erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Thoraxchirurgie sowie der Klinik für Anästhesiologie & Operative Intensivmedizin beteiligt. Diese enge Zusammenarbeit ist bei einer Trachealstenose besonders wichtig, denn die optimale Behandlung hängt unter anderem von der Lage, Länge und Ausprägung der Verengung ab. Neben endoskopischen Verfahren können in bestimmten Fällen auch Stentverfahren oder eine operative Rekonstruktion der Luftröhre erforderlich sein. Gemeinsam im Team können Diagnostik und Therapie individuell geplant werden. Unser Ziel ist es, auch seltene Erkrankungen der Atemwege frühzeitig zu erkennen und Patientinnen und Patienten mit komplexen Befunden interdisziplinär und umfassend zu behandeln. Bei unserer Patientin wurde ein endoskopisches Behandlungskonzept gewählt. Inzwischen sind mehrere Interventionen erfolgt. Unter anderem wurde die verengte Stelle durch eine Bougierung schrittweise erweitert. Die bisherigen Kontrollen zeigen einen sehr erfreulichen Verlauf: Die Luftröhre ist deutlich besser eröffnet, und auch die Beschwerden der Patientin haben sich unter der Behandlung verbessert“, erklärt der erfahrene Pneumologe Schulte, der seit Mai 2024 am Krankenhaus Bethanien tätig ist.

Die junge Patientin betont: „Dr. Schulte als Chefarzt ist sehr bemüht und engagiert. Ich bin mehr als zufrieden. Vom Sekretariat bis zur Aufnahme, den Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegepersonal auf Station – das gesamte Team hat eine 1+ mit Sternchen verdient.“

Bildzeile:
Dr. Peter Caspar Schulte, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- & Beatmungsmedizin, und das interdisziplinäre Team des Lungenzentrums behandelten die Trachealstenose, eine Verengung der Luftröhre, einer jungen Patientin und verhalf dieser so zu neuer Lebensqualität. 

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