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Junger Moerser Künstler zeigt die bunte Seite seiner Heimatstadt

Junger Moerser Künstler zeigt die bunte Seite seiner Heimatstadt

Der Moerser Künstler Leon Susen beschäftigt sich mit einem besonderen Blick auf den urbanen Raum. Seine minimalistischen Fotografien zeigen Gebäude, Fassaden, Tankstellen, Gewerbeobjekte oder ganz gewöhnliche Wohnhäuser – Motive, an denen man im Alltag oft achtlos vorbeigeht. Dabei geht es Leon Susen weniger darum, spektakuläre Architektur abzubilden, sondern darum, in scheinbar alltäglichen Orten Formen, Farben, Licht und besondere Kompositionen zu entdecken.

Rund 90 Prozent seiner Fotografien entstehen in seiner Heimatstadt Moers. Was ursprünglich vor allem damit begann, die eigene Umgebung zu fotografieren, ist inzwischen zu einem bewussten künstlerischen Blick auf die Stadt geworden. „Ich liebe es, vermeintlich triste Städte in einem anderen Licht zu präsentieren“, beschreibt Leon Susen seinen Ansatz. Gerade Moers mit seinen unterschiedlichen Wohn-, Gewerbe- und Stadträumen bietet ihm dafür immer wieder neue Motive.

Seine Bilder sind minimalistisch und reduzieren das Motiv auf wenige wesentliche Elemente. Dabei spielt die Überführung des dreidimensionalen Raumes in eine zweidimensionale Fotografie eine zentrale Rolle. Vorder- und Hintergrund können miteinander verschmelzen, Perspektiven wirken teilweise irritierend und es ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, was tatsächlich auf dem Bild zu sehen ist. Die Fotografien laden dadurch zum Rätseln ein: Wo befindet man sich? Was ist Gebäude, was ist Schatten und welche Ebenen liegen eigentlich vor oder hintereinander?

Gleichzeitig müssen die Betrachter das Rätsel nicht lösen. Die Bilder funktionieren für Leon Susen auch unabhängig davon, ob man das abgebildete Motiv erkennt. Entscheidend sind ebenso die Ästhetik, die Farbkomposition und das Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Zur Fotografie kam der heute 29-jährige Leon Susen vor etwa drei Jahren. Während eines Urlaubs begann er, neben klassischen Urlaubsfotos von sich und seiner Freundin auch farbenfrohe Gebäude zu fotografieren und dabei mit Perspektiven zu experimentieren. Aus diesem anfänglichen Interesse entwickelte sich zunehmend eine eigene fotografische Bildsprache.

Eine besondere Rolle spielte dabei auch eine Zeit, in der Leon Susen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls längere Spaziergänge als eine der wenigen möglichen Formen der Bewegung nutzte. Dabei begann er, seine Umgebung noch bewusster wahrzunehmen und gezielt nach geeigneten Motiven zu suchen. Aus dem spontanen Fotografieren wurde zunehmend ein professionellerer und durchdachter Ansatz.

Sein wichtigstes Werkzeug ist dabei bis heute kein großer Kameraapparat, sondern sein Smartphone. Für Leon Susen hat das einen entscheidenden Vorteil: Die Kamera ist jederzeit dabei und ermöglicht es, auch vollkommen spontane Situationen festzuhalten – etwa einen Schatten, der nur für wenige Minuten an der richtigen Stelle erscheint. Die heutige Qualität moderner Smartphones reicht für seine Arbeiten zudem aus, um die Fotografien auch in großen Formaten hochwertig zu drucken.

Ganz dem Zufall überlässt Leon Susen die Entstehung seiner Bilder allerdings nicht. Manche Motive entdeckt er spontan während eines Spaziergangs, andere sucht er gezielt auf. Interessante Orte speichert er beispielsweise in digitalen Karten und beobachtet, zu welcher Tageszeit das Licht und der Sonnenstand für die gewünschte Aufnahme optimal sind. Gerade Licht und Schatten sind für seine Kompositionen von großer Bedeutung.

Ob Wohnhaus, Tankstelle oder Gewerbegebiet – entscheidend ist letztlich nicht, wie außergewöhnlich das Gebäude an sich ist. Leon Susen interessiert vor allem, was sich daraus fotografisch machen lässt. Ein farbenfrohes Detail, eine ungewöhnliche Perspektive oder ein Schatten können aus einem alltäglichen Ort ein abstrakt wirkendes Bild entstehen lassen.

Neben Moers sind im Laufe der Zeit auch Fotografien in Duisburg und während verschiedener Reisen und Urlaube in anderen Ländern entstanden. Seine Heimatstadt bleibt jedoch der wichtigste Schauplatz seiner Arbeit. Gerade darin liegt für Leon Susen ein besonderer Reiz: Orte, die er aus dem Alltag kennt, mit einem neuen Blick zu betrachten und sichtbar zu machen, wie farbenfroh und ästhetisch selbst vermeintlich unscheinbare Teile einer Stadt sein können.

Seine Arbeiten hat der gelernte Schreiner bereits mehrfach öffentlich präsentiert. Zweimal war er mit einem eigenen Stand beim Moerser Frühling vertreten, zudem zeigte Leon Susen seine Arbeiten in einer exklusiven Ausstellung in der Moerser „Röhre“. Seine Fotografien sind inzwischen auch als hochwertige Alu-Dibond-Drucke erhältlich, unter anderem in den Formaten 60 × 90, 50 × 75 und 20 × 30 Zentimeter.

Was dabei vielleicht am deutlichsten hinter der Arbeit von Leon Susen steht, ist die Aufforderung, genauer hinzusehen. Denn die Motive sind bereits da – mitten in Moers. Man muss sie nur entdecken.

Fotos:Privat

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