Gesundheit

Neues Behandlungsverfahren in der Urologie: Mit Wasserdampf gegen Prostatavergrößerung

Neues Behandlungsverfahren in der Urologie: Mit Wasserdampf gegen Prostatavergrößerung

50 % aller Männer über 50 Jahre leiden an einer gutartigen Prostatavergrößerung, bei den über 60jährigen sind es sogar 70 bis 80 %. Betroffene leiden unter häufigem Harndrang sowie vermehrten nächtlichen Toilettengängen sowie dem dauerhaften Gefühl, dass die Blase sich nicht vollständig entleert. Die Vergrößerung ist meist gutartig, kann jedoch bei Nichtbehandlung zu Komplikationen führen. Blasentraining und Medikamente können bei leichten Vergrößerungen helfen.

„In manchen Fällen ist jedoch eine Operation nicht zu vermeiden“, so Dr. Michael Reimann, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Josef Krankenhaus, „wir können unsere Patienten mit einem relativ neuen Verfahren, der Rezum-Therapie, behandeln.“ Bei dieser Operation wird Wasserdampf genutzt, um die Prostata zu verkleinern. Die Operation erfolgt ohne äußeren Schnitt direkt durch die Harnröhre in Vollnarkose.

„Um den Wasserdampf in das Prostatagewebe einzubringen, wird ein dünnes mit einer dünnen Nadel und einer integrierten Kamera versehenes Kunststoffrohr in die Harnröhre eingeführt“, erklärt Dr. Reimann, „die Nadel gibt kleine Mengen an 70 Grad warmem Wasserdampf ab, der das Gewebe um die Prostata absterben lässt. Je nach Prostatagröße muss dieser Vorgang, der nur ca. 10 Sekunden dauert, einige Male wiederholt werden.“

Das behandelte Gewebe wird vom Körper des Patienten sukzessive abgebaut. Mit dieser Methode behandelte Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden etwa nach drei Monaten.

Die Rezum-Therapie, deren Kosten sowohl von den privaten als auch den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, eignet sich insbesondere für Patienten mit milden Symptomen sowie für Patienten, deren Vorerkrankungen einen größeren Eingriff nicht zulassen. Das Verfahren, das für den Patienten völlig schmerzfrei ist, hat in der Regel keinen Einfluss auf die Erektions- oder Ejakulationsfähigkeit der Patienten.

Dr. Reimann rät Betroffenen sich bei ihrem niedergelassenen Urologen zu informieren, inwieweit diese Therapie, die mit einem 1 – 2 tägigen stationären Aufenthalt in der Klinik verbunden ist, geeignet ist.

Anmeldung und weitere Informationen im Sekretariat der Urologie am St. Josef Krankenhaus: Tel. 02841 107-12781.

Bildzeile: Dr. Michael Reimann, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Josef Krankenhaus Moers

Videoproduktion aus Moers

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