Moers

On Air: Die Moerser Bürgerfunker

Moers. (pst) Helmut Hahues kommt zur Tür rein und winkt als Begrüßung. „Du kannst ruhig sprechen. Wir nehmen nicht auf“, witzelt Harald Hau daraufhin – obwohl das nicht ungewöhnlich wäre. Die beiden sind Mitglieder beim Bürgerfunk der vhs Moers – Kamp-Lintfort. In ihrer Radiowerkstatt führen sie Interviews, planen die nächsten Sendungen und schneiden das Material für die Ausstrahlungen über Radio K. W. Sie haben eine professionelle Sprecherkabine und einen Schnittplatz zur Verfügung. Viele Interviews entstehen aber auch draußen: In und um Moers, von Kamp-Lintfort bis Rheurdt, sind die Radiomacher unterwegs, um ihre eigenen Themenideen umzusetzen und ebenso, um Anfragen von Außenstehenden nachzukommen.

In den Räumlichkeiten des Bürgerfunks auf der Asberger Straße sind auch alle nötigen technischen Mittel, um die Sendungen zu schneiden – wie hier Lukas Hollenberg. (Foto: pst)
In den Räumlichkeiten des Bürgerfunks auf der Asberger Straße sind auch alle nötigen technischen Mittel, um die Sendungen zu schneiden – wie hier Lukas Hollenberg. (Foto: pst)

Großer Erfolg auf Online-Portal

Wie viel Arbeit die Produktion einer Sendung ist, weiß Christel Kreischer gut. Seit 30 Jahren ist sie Bürgerfunkerin. „Ich fand es immer schade, so viel Zeit und Muße in eine Sendung zu stecken. Dann wird sie ausgestrahlt und ist einfach weg“, erzählt sie von früher. Aber inzwischen gibt es NRWision, eine Bürgermedienplattform, auf die die Moerser Bürgerfunker schon mehr als 50 Aufzeichnungen hochgeladen haben. „Ich bin euch mit den Bienen im Nacken“, scherzt Harald Hau gegenüber seiner Radiokollegin. Seine Bienen-Sendung ist auf Platz 6 der Top 40. Die Parkinson-Sendung von Christel Kreischer dagegen war sechs Tage lang auf Platz 1 und hält sich seit einem Monat auf den vorderen Plätzen. Derzeit ist sie auf Platz 4. Den Erfolg des Moerser Bürgerfunks erklären sich die Beteiligten mit den Themen: „Radio K. W. kann vieles durch ihre Programmstruktur gar nicht senden. Wir haben aber eine ganze Stunde Zeit. Da kann man schon so einiges machen“, erzählt Christel Kreischer.

 

Radio statt Schlaf oder Sport

Hörfunk ist auch während der Pandemie möglich, wissen die engagierten Bürgerfunker. „Wir haben noch nie so viel produziert wie während Corona“, fasst Helmut Hahues die Arbeit der letzten Monate stolz zusammen. „Wir verbringen so viel Zeit in der Radiowerkstatt, dass wir teilweise hier wohnen.“ Christel Kreischer stimmt zu: „Also ich auf jeden Fall!“ Der Jüngste in der Runde ist Lukas Hollenberg. Aber selbst er ist bereits seit zehn Jahren dabei. „Oft bleiben Freunde auf der Strecke oder eben der Schlaf. Es ist wirklich ein zeitintensives Hobby, aber mir gibt es auch viel zurück. Die Leute hier sind wie Familie für mich“, so der 26-Jährige. Harald Hau dagegen ist schon Rentner, wie auch Helmut Hahues und Christel Kreischer. „Eigentlich habe ich noch andere Hobbys, bin gerne im Fitnessstudio und beim Sportabzeichen engagiert. Aber während Corona ist der Bürgerfunk für mich quasi die ‚Rettung‘, weil sowieso nichts anderes geht.“

In der Radiowerkstatt gibt es eine professionelle Sprecherkabine. Christel Kreischer spricht dort ihren Moderationstext ein. (Foto: pst)
In der Radiowerkstatt gibt es eine professionelle Sprecherkabine. Christel Kreischer spricht dort ihren Moderationstext ein. (Foto: pst)

 

Infobox: Zu hören sind die Sendungen des Bürgerfunks täglich ab 20.04 Uhr auf Radio K. W., sonn- und feiertags um 19.04 Uhr. Die UKW-Frequenz für Moers ist 91,7, per Kabel 87,65. Wer etwas verpasst hat, kann über NRWision viele Aufzeichnungen nachhören: www.nrwision.de/mediathek/orte/moers/.

 

Bildzeile: Harald Hau, Lukas Hollenberg, Christel Kreischer und Helmut Hahues sind vier der zwölf Moerser Bürgerfunker (v. l.). (Foto: pst)

 

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