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Mülheimer Unternehmen erhält Inklusionszertifikat der Arbeitsagentur

Auszeichnung für besonderes Engagement bei der Beschäftigung von Menschen mit Handicap im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für Inklusion vom 2. bis 6. Dezember

Bereits seit neun Jahren führt die Bundesagentur für Arbeit die Woche der Menschen mit Behinderung durch. Ziel ist es, auf Chancen, die dieser Personenkreis mit sich bringt, aufmerksam zu machen und Arbeitgeber, die bereits echte Chancengeber sind, zu besuchen und diese mit der Überreichung des Inklusionszertifikates zu würdigen.

„In diesem Jahr haben wir mit Sascha Preusse und der Preusse GmbH wieder einen echten Chancengeber und Brückenbauer für Menschen mit einem Handicap ausgezeichnet“, betont Jürgen Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim an der Ruhr. „Gerade in kleinen und mittelständischen Betrieben zählt jede Arbeitskraft und muss vollen Einsatz geben. Da finde ich es mehr als bemerkenswert, dass Sascha Preusse auch Menschen eine Chance gibt, die ggf. eine längere Einarbeitungszeit benötigen und nicht sofort überall selbständig einsatzfähig sind.“

Sascha Preusse, Geschäftsführer der Event- und Promotionagentur Preusse GmbH mit Sitz im Mülheimer Ruhr Reeder Haus, freute sich sehr über das Inklusionszertifikat, genau wie seine beiden Mitarbeiter Alexander und Maximilian Blasius. Die Mülheimer Zwillingsbrüder wurden beide in diesem Jahr von Sascha Preusse als Service- und Promotionkraft eingestellt und haben damit die Chance ihres Lebens bekommen.

„Uns wurden schon viele Steine in den Weg gelegt, und wir haben Rückschläge erlebt. Aber wir haben nicht aufgegeben und immer gehofft, dass wir eine feste Arbeitsstelle bekommen. Dass das nun für uns beide geklappt hat, ist für uns das Größte“, so Alexander Blasius. Sein Zwillingsbruder Maximilian Blasius kann dies nur bestätigen: „Wenn man arbeitslos ist, wird man einfach depressiv und launisch. Mein Vater hat mich aus diesem Loch geholt und mir Mut gemacht, aufzustehen und weiter zu machen. Und genau diese Botschaft möchten wir   anderen Menschen mit einem Handicap geben: gebt nicht auf – es wird sich eine Chance bieten.“

Die beiden 23-jährigen stehen schon seit der Schulzeit in engem Kontakt mit der Arbeitsagentur Mülheim. Sie besuchten die Wilhelm Busch Förderschule in Mülheim, und es zeigte sich recht früh, dass sie Unterstützung benötigen: „Aufgrund der Lernbehinderung war klar, dass wir nach Beendigung der Schule mit unseren berufsvorbereitenden Bildungsangeboten unterstützen werden“, erinnert sich Anett Schwoy, Spezialistin für Rehabilitanden und Schwerbehinderte der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim.

Alexander Blasius konnte dadurch 2017 seine Fachpraktikerausbildung als Maler und Lackierer abschließen und Maximilian Blasius hielt im selben Jahr seinen Abschluss als Beikoch in den Händen. Daraufhin folgten jeweils mehrere Arbeitsverhältnisse, die allerdings nicht von langer Dauer waren. „Die Arbeitsgeber suchen oft eher Maschinen und Roboter als Menschen. Es muss alles schnell gehen und produktiv sein. Wenn man etwas länger braucht, um etwas zu erledigen, ist man schnell weg vom Fenster“, erinnert sich Alexander Blasius.

Doch dann wendete sich das Blatt: Alexander Blasius wurde von der Arbeitsagentur der Preusse GmbH vorgestellt. Nach einer kurzen Arbeitserprobung folgte eine durch die Arbeitsagentur finanzierte Probebeschäftigung von drei Monaten und dann der feste Arbeitsvertrag.

Diplom-Kaufmann Sascha Preusse erinnert sich gerne an die ersten Tage mit Alexander Blasius: „Ich war begeistert und bin es nach wie vor, wie engagiert, motiviert, fleißig und zuverlässig Alexander ist. Als ich erfuhr, dass es ihn auch noch im Doppelpack gibt, war für mich klar, dass ich auch Maximilian eine Chance geben möchte. Seit Oktober befindet er sich nun bei uns in der Probebeschäftigung und er hat die gleichen positiven Eigenschaften wie sein Bruder.“

Als Service- und Promotionkraft haben die Brüder aus Styrum nun einen abwechslungsreichen und spannenden Arbeitsalltag. Sie werden als Parkplatzeinweiser bei Trödelmärkten

und weiteren Veranstaltungen eingesetzt, sie dekorieren in Einkaufszentren oder machen Promotion als Lebkuchenmann oder Osterhase. „Das sind nur einige Beispiele. Unser Job macht uns richtig Spaß, weil er immer was Neues bietet und wir viel rumkommen. So haben wir in verschiedenen Städten bereits die Weihnachtsdeko in den Kaufhäusern angebracht“, schwärmt Maximilian Blasius.

Über das Inklusionszertifikat der Arbeitsagentur freut sich Sascha Preusse ganz besonders, da der Familienvater überhaupt nicht mit selbigem gerechnet hat: „Das war wirklich eine gelungene Überraschung. Ich bin der Arbeitsagentur für ihre Unterstützung bei dem ganzen Thema sehr dankbar und hoffe, dass unsere Geschichte nun auch anderen Unternehmen Mut macht, sich für das Thema Inklusion einzusetzen. Es lohnt sich auf jeden Fall, da man so viel von den Mitarbeitern zurückbekommt. Man sollte jeden Menschen so nehmen, wie er ist, und ihn nach dem beurteilen, was er leisten kann, und nicht nach dem, was er nicht leisten kann.“

Bildunterschrift:

V.l.n.r.: Anett Schwoy, Alexander Blasius, Sascha Preusse, Jürgen Koch, Maximilian Blasius

Foto: Katja Hübner

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