Gesundheit

Verbesserte Intensiv-Versorgung im St. Irmgardis-Krankenhaus

Komplette Betreuung für kritisch erkrankte Patienten

Süchteln. Für Patienten, die sehr schwer erkrankt sind und während der Behandlung im St. Irmgardis-Krankenhaus auf der Intensiv-Station betreut werden, gibt es jetzt eine verbesserte Intensiv-Versorgung. „Mit Hilfe eines besonderen Dialyse-Gerätes können diese Patienten nun im St. Irmgardis-Krankenhaus komplett behandelt und weiter betreut werden, ohne dass eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus erforderlich ist“, erläutert Dr. Jessica Görgens, Ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme.

„Dass ein schwerkranker Patient bei uns während der gesamten Behandlung im Haus bleiben kann, hat neben den medizinischen Vorteilen auch menschliche. Denn unsere Ärzte und Pfleger haben eine Bindung und Vertrauensbasis zu ihm aufgebaut. Sie hilft bei der Behandlung und Genesung“, führt die Intensivmedizinerin weiter aus.

Schonende Behandlung von kritisch erkrankten Patienten

Das neue Dialyse-Gerät ermöglicht eine schonende Art der Blutreinigung und entlastet Kreislauf und Organfunktion. Im Unterschied zu den herkömmlichen Blutreinigungsverfahren bei chronischem Nierenversagen, bei dem die Dialyse mehrmals wöchentlich jeweils einige Stunden durchgeführt wird, arbeitet das neue Gerät durchgehend Tag und Nacht. „Diese sogenannte ‚kontinuierliche‘ Dialyse eignet sich insbesondere für Patienten im Schockzustand, die zudem besonders häufig von einem Nierenversagen betroffen sind“, erklärt Jessica Görgens.

Mit dem Gerät wird dem Blut des Patienten Wasser entzogen. „Das entlastet den Kreislauf des  kritisch kranken Intensivpatienten“, erläutert Jessica Görgens weiter. Entfernt wird Gewebeflüssigkeit, die sich übermäßig in den Organen eingelagert hat  – und dadurch deren Funktion stört. „Davon profitieren je nach Krankheitsstadium alle Organe, insbesondere aber Herz und Lunge“, so die Ärztin.

Die neue Dialyse-Einheit ergänzt die Therapien der Intensivstation, die bereits um mehrere Beatmungsplätze sowie moderne Überwachungs- und Therapiemöglichkeiten für Schockpatienten  erweitert wurde.

Ärzte- und Pflegeteams arbeiten Hand in Hand

„Unsere Intensivfachpfleger wurden intensiv im Umgang mit dem neuen Dialyse-Gerät geschult“, berichtet Pflegeleiter Georg Zahn. Die Pflegekräfte überwachen die Funktionen des laufenden Gerätes anhand eines festgelegten Protokolls, dokumentieren und übernehmen die sogenannte Bilanzierung. „Die Ärzte legen die Therapieziele fest – und die Pflegekräfte steuern die Dialyse-Einheit so, dass sie erreicht werden“, erläutert er.

Den ärztlichen Part übernehmen  Intensivmediziner mit entsprechender Erfahrung in der Anwendung dieser Methode. Jessica Görgens erklärt: „Unsere Ärzte entscheiden über die Notwendigkeit der Dialyse und den richtigen Zeitpunkt. Auch das Aufbauen des Gerätes, das Anschließen an den Patienten und die entsprechenden Einstellungen vorzunehmen, ist ärztliche Aufgabe.“ Danach übernehmen die Intensivfachpflegekräfte die Überwachung und Steuerung des Einsatzes.

Bildzeile:

Schwerkranke Patienten können jetzt komplett auf der Intensivstation des St. Irmgardis-Krankenhauses Süchteln behandelt werden. Dabei hilft ein besonderes Dialyse-Gerät. Es wird von Dr. Jessica Görgens, Ärztliche Leitung Notaufnahme, und Georg Zahn, Pflegeleiter Notaufnahme vorgestellt.

Foto: St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln

 

Über das St. Irmgardis-Krankenhaus:

 

Von 1871 bis 2008 betrieb die Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Süchteln das St. Irmgardis-Krankenhaus als Trägerin. Zum 1. Januar 2009 übernahm die St. Franziskus-Stiftung Münster mit 51 Prozent die Mehrheit an der neu gegründeten St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln GmbH. 49 Prozent hält das benachbarte Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH). Das St. Irmgardis-Krankenhaus ist seit über 140 Jahren fester Bestandteil der medizinischen Versorgung im Kreis Viersen.

 

Bürgerschaftliches Engagement, gepaart mit der Spendenbereitschaft breiter Bevölkerungskreise, legten damals den Grundstein für das Haus. Geprägt durch Ordensfrauen, die 1972 das Haus wegen Nachwuchsmangels verließen, arbeiten engagierte Mediziner und geschultes Personal auch heute noch nach christlichen Idealen zum Wohle der anvertrauten Patienten.

 

1900 hatte das Haus etwa 50 Krankenbetten. Es wurde in den folgenden Jahrzehnten erweitert und modernisiert, um die ständig wachsende Zahl von Patienten zu betreuen. Nach dem Bau des St. Antonius-Hauses 1930/1931 wurde in den Jahren 1961 bis 1963 ein Neubau mit modernen Krankenzimmern, Diagnose-, Therapie- und Versorgungsräumen sowie einer Schule für Krankenpflege errichtet. Heute, nach Neubau eines Bettenhauses, verfügt das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln über 160 Krankenbetten – einschließlich sechs interdisziplinärer Intensiv-Pflegebetten. 360 Mitarbeiter sind hier im Einsatz.

 

Zum St. Irmgardis-Krankenhaus gehören drei Klinken: Innere Medizin, Geriatrie und Chirurgie. Die Leitung der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Onkologie liegt bei Chefarzt Dr. med. Ulrich Bauser.

 

Die Verantwortung für die Klinik für Geriatrie obliegt Chefarzt Hanns-Peter Klasen.

 

In der Chirurgie gibt es drei Bereiche mit den chirurgischen Schwerpunkten: Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Chefarzt Dr. med. Christian Maciey, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Sportmedizin mit Chefarzt Dr. med. Kai Platte/Ärztlicher Direktor und Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie mit Chefarzt Dr. med. Tobias Köppe.

 

Weiter gehört eine ambulante kardiologische Rehabilitationsabteilung mit 20 Plätzen zum Portfolio.

 

Als Ausbildungsstätte werden 50 Plätze für staatlich anerkannte Pflegefachkräfte bereitgestellt, hierfür besteht für die theoretische Ausbildung eine Beteiligung an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe (AGP Viersen GmbH).

 

Zusätzlich wird eine Ausbildung zum Operations-Technischen- und auch zum Anästhesiologischen-Technischen-Assistenten angeboten.

 

Im Jahr 2019 wurden über 6.100 Patienten stationär und rund 16.500 Patienten ambulant behandelt.

 

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