Moers

Stolpersteine gegen das Vergessen: Neun Steine verlegt

Moers. (pst) Stolpersteine sollen das Vergessen verhindern und das Erinnern unterstützen. Am Montag, 27. Mai, verlegten Mitglieder des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit neun Stolpersteine im Stadtgebiet. Künstler Gunter Demnig bereitete zuerst die Fläche an der Repelener Straße vor. Drei Steine erinnern dort an die Geschwister Mathilde, Ernst und Karl Kaufmann. Ihr letzter freiwillig gewählter Wohnort lag einige Meter neben den nun verlegten Gedenksteinen. „Es ist wichtig, dass wieder viele Schülerinnen und Schüler dabei sind“, sagte Heidi Nüchter-Blömeke (Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit) zur Begrüßung. Das Adolfinum, die Heinrich-Pattberg-Realschule, die St. Marien Grundschule, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule und die Justus-von-Liebig-Hauptschule unterstützen die Verlegung.

Über 100 Stolpersteine in Moers
An der Repelener Straße trugen Schülerinnen aus dem Leben der Familie Kaufmann vor: wie die Brüder in die Niederlande flohen, untergetaucht sind und dennoch zu Tode kamen – unter ungeklärten Todesumständen. Ihre Schwester Mathilde Kaufmann wurde in Auschwitz ermordet. Bürgermeister Christoph Fleischhauer motivierte die Verantwortlichen, trotz der Vorfälle im vergangenen Jahr die Verlegungen weiterzuführen: „Die Verlegungen sollen immer weitergehen, es ist eine Sache des Herzens“. Die Recherchen im Vorfeld waren aufwendig: Gemeinsam suchten die Mitglieder der Vereine nach Krankenakten, Geburtsurkunden und Totenscheinen in Heilanstalten, Pflegezentren, Verwaltungen und Archiven. Nach der Verlegung am Montag sind über 100 Stolpersteine im Moerser Stadtgebiet zu finden. Vier der neun neuen erinnern an Opfer der Euthanasie-Morde. Im Nationalsozialismus beschrieb Euthanasie die systematische Ermordung von kranken und behinderten Menschen. Weitere Stolpersteine wurden am Nordring für Familie Moses, in der Lindenstraße für Helmut Schön und Friedrich Dreier, in der Alsenstraße für Veronika Dawidowski und in der Ruhrstraße für Magdalena Hirtz verlegt.

Bildzeile: In Gedenken an neun Opfer des Nationalsozialismus‘ verlegte Gunter Demnig Stolpersteine. (Foto: pst)

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