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Was macht denn der Panzer hier auf der Bühne?

Das 48.mœrs festival bot Widersprüchliches im Programm

Auf einer Pressekonferenz zogen der künstlerische Leiter Tim Isfort und Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, Bilanz des 48. moers festivals. Während der Ticketverkauf in diesem Jahr nach einer durch die Pfingstferien bedingten Delle im Vorjahr wieder an das Niveau von 2017 anknüpfen konnte, war die dritte Festivalausgabe unter der Leitung von Tim Isfort das wirtschaftlich bisher beste Jahr. Claus Arndt: „Wir freuen uns, dass das Festival noch vor der endgültigen Auswertung aller Ticketverkäufe den Wirtschaftsplan bereits deutlich übertroffen hat und damit einen kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen drei Jahren erzielen konnte.“ Bei insgesamt hoher Auslastung konnte der Einlass trotz einigen Kapazitätsengpässen durch wetterbedingte Umorganisationen sichergestellt werden. Durch die Einführung des Mörzz-Tickets, das vielfältige Kombinationsmöglichkeiten ist die Ticketsituation noch besucherfreundlicher geworden.

Das mœrs festival mit seinen rund 20 verschiedenen Schauplätzen ist nach Meinung der Veranstalter  wieder in der Stadt angekommen. Die Schauplätze zogen einer wandernden Verdichtung von moers @ the church über moers @ the castle und moers @ the clubs und ließen Einwohner, Zugereiste und Künstler auch bei einer großen Anzahl kostenloser Konzerte enger zusammenrücken.

 

Auch für die Ausgabe 2019 habe gegolten, so Isfort und Arndt, dass das Festival selber als Gesamtkunstwerk starke Anziehungskraft ausgeübt hätte und ganz auf Qualität gesetzt hätte. Mit Spannung erwartet wurden das Gobal Improviser Orchestra, das zehn Musiker aus  neun Ländern auf einer Bühne zusammenbrachte. Die eigens vom Festival ins Leben gerufenen Moers Abstractions boten mit Stargast Joshua Redman (sax) und gleich zwei so völlig unterschiedlichen Klangkörpern wie der WDR Big Band und dem Ensemble Musikfabrik ein weiteres Glanzlicht unter der Leitung von Vince Mendoza. Wichtige Schwerpunkte des Festivals waren zudem die internationalen Szenen in São Paolo, Tokyo, Belgrad und Frankreich sowie die eigens initiierten Projekte aus dem mœrs labor.

 

Für Neuerung sorgte das neue Hallenkonzept mit einer „Wiese“ vor der Bühne und einem Bühnenbild. Wegweisende Glücksritter, leuchtender Mond, Leinwand und ein Panzer auf der Bühne waren Ausdruck für das Festivals, das auch Besucher in die Pflicht nahm, sich anzustrengen. Das Festival sieht sich in seiner Politik bestätigt, das Schwergewicht weniger auf „big names“ zu setzen, sondern auf Qualität zu legen und so die eigene Strahlkraft als Garant für Ungewöhliches und Einzigartiges weiter zu stärken.

 

Tim Isfort in einem persönlichen Rückblick: „Wir haben uns angestrengt und es ist gewiss, dass wir Euch kein Festival verpasst haben, nach dem ihr beruhigt und widerspruchslos nach Hause geht. Mit Experimenten, Schwerpunkten, Statements, Ausbrechern, Piraten und Gefährten behauptet mœrs das stete doch! in einer verwirrenden Welt, die dringend Utopien und Träume braucht.  Die Geschichte des viel diskutieren und umstrittenen Panzers auf der Bühne ist übrigens noch nicht zu Ende. Isfort: „Wir segeln damit zur Kulturinsel Nepix Kull im Park, wo er weiter Abenteuer zu bestehen hat.“

Bildzeile:

Scatter The Atoms That Remain2_by André Symann

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