
Kunden können beim Backen zusehen
Handwerksbäckerei Büsch eröffnet im Düsseldorfer Crown ihre erste Brot-Manufaktur „OFN.“ mit offener Backstube
Kamp-Lintfort/Düsseldorf. Noah Waschull brennt für Brot. Und er hat eine Vision: Der 24-jährige Bäckermeister und Betriebswirt der Handwerksbäckerei Büsch möchte seine Leidenschaft an andere Menschen weitergeben, Rohstoffe und Herstellungs-Prozesse transparenter gestalten, „das Bäcker-Handwerk erlebbar machen“, wie er es formuliert
Wie dieses Erlebnis in der Praxis aussehen kann, das erfahren Kunden im Büsch-Fachgeschäft an der Berliner Allee 52 (Edeka Zurheide im Crown) in Düsseldorf. Dort hat die Kamp-Lintforter Handwerksbäckerei ihr erstes OFN.-Fachgeschäft (gesprochen Ofen) eröffnet. Eine Brot-Manufaktur, in der man Bäckern bei der Arbeit zusehen kann. Mehr noch: Wer möchte, kann sich sogar sein ganz persönliches Brot aussuchen und frisch backen lassen.
Mehr als nur Schau-Backstube
„Unsere Idee war es zu zeigen, wie echtes Handwerk funktioniert“, erklärt Büsch-Geschäftsführer Winfried Fletschinger. „Unsere Kunden sollen sehen können, mit wie viel Sorgfalt und Zeit unsere Produkte hergestellt werden.“ Noah Waschull als verantwortlicher Projektmanager für die Büsch-Brot-Manufakturen setzt diese Idee nun um. Zunächst im Düsseldorfer Crown als Pilotprojekt, später soll das Konzept aber ausgeweitet und genauso oder ähnlich in weiteren Büsch-Fachgeschäften realisiert werden.
Es gibt eine gläserne und damit durchsichtige Theke, die zugleich Arbeits- und Verkaufsfläche ist. Auf diese Weise können Kunden den Backprozess aus nächster Nähe verfolgen, aber auch mit den Bäckern in Kontakt kommen. „Das Ganze ist also mehr als nur eine Schau-Backstube“, erklärt Noah Waschull. „Kunden sind bei uns wirklich hautnah und ganz unmittelbar dabei, wenn ein Brot entsteht.“
Nur drei Grundzutaten – und ganz viel Zeit
Besonders begeistern ihn dabei Sauerteigbrote, die ohne Hefe auskommen. „Unsere Brote bestehen nur aus Mehl, Wasser und Salz. Durch eine Reifezeit von fast 48 Stunden kann der Teig in Ruhe fermentieren. Dabei werden unter anderem Phytinsäure und bestimmte Kohlenhydrate abgebaut. Damit sind die im Teig befindlichen Mineralstoffe besser verfügbar. Viele Menschen werden unser Sauerteigbrot als besonders bekömmlich empfinden“, erläutert der Projektmanager. „Weniger ist mehr – dieses Motto trifft hier auf jeden Fall zu.“
Getreu diesem Motto werden in der neuen Brot-Manufaktur OFN. vier Sauerteig-Brote hergestellt und zunächst dienstags bis samstags angeboten: eins aus Weizen (4,90 Euro), eins aus Roggen (5 Euro) und eins aus Dinkel (5,20 Euro, jeweils für 600 Gramm) sowie ein Baguette (2,50€). Alle Brote werden komplett sichtbar in einer offenen Backstube hergestellt, die Teiglinge dürfen vor dem Backen in dem sogenannten Teighumidor, einem gläsernen Kühlhaus, reifen. „Und wenn jemand möchte, kann er sich dort einen Teigling aussuchen und den dann für sich backen lassen. Es dauert rund eine Stunde, in der Zeit kann er seine Einkäufe erledigen“, erläutert Noah Waschull.
Gemeinsam mit Sterne-Koch Egor Hopp, der sein Restaurant Setzkasten im Untergeschoss des Edeka-Marktes betreibt, entwickelte der Projektmanager zudem ein eigenes Dinkel-Mischbrot, ebenfalls aus Sauerteig. Dieses Brot wird im Restaurant angeboten und auch im Erdgeschoss verkauft.
Eigener Markenname OFN.
Die OFN.-Brote erhalten eine eigene Verpackung. Das Team, bestehend aus einem Bäckermeister, zwei Bäckern und einem Auszubildenden ist an spezieller Arbeitskleidung erkennbar. Wichtig: „Die neue Marke ist eine Ergänzung zu unserem sonstigen Angebot im Crown-Fachgeschäft“, betont Winfried Fletschinger. „Unsere Kunden können alle geschätzten Büsch-Produkte auch weiterhin kaufen.“
Die offene Backstube und der Teighumidor der OFN.-Manufaktur sind direkt neben der Büsch-Verkaufstheke entstanden. Dafür wurde das Fachgeschäft in den vergangenen Wochen umgebaut. Im Zuge der Arbeiten stattete die Handwerksbäckerei das gesamte Geschäft mit digitalen Hinweis- und Preisschildern aus. Das Café wurde erweitert und hat künftig rund 100 statt bisher 80 Plätze.
Offenes Raumkonzept
Das Motto „Weniger ist mehr“ setzte Projektmanager Noah Waschull übrigens nicht nur bei den angebotenen Broten, sondern auch bei der Ladeneinrichtung der OFN.-Manufaktur um. „Wir gehen ganz bewusst neue Wege, setzen auf ein offenes Raumkonzept und haben zum Beispiel kein Brotregal mehr hinter der Theke“, erläutert der 24-Jährige. Fertige Brote werden bis zum Verkauf auf einem rollenden Brotwagen gelagert.
https://www.instagram.com/ofn.frisch
Bildunterschrift:
Gemeinsam mit Sterne-Koch Egor Hopp (r.) starten Geschäftsführer Winfried Fletschinger und Projektleiter Noah Waschull (M.) mit der Brot-Manufaktur „OFN.“ in Düsseldorf. Foto: Baum-Kommunikation
