
Zum achten Mal verliehen
Andreas Holzapfel erhält den Konrad-Duden-Journalistenpreis 2026
WESEL. Andreas Holzapfel hat den Konrad-Duden-Journalistenpreis erhalten. Bei der feierlichen Verleihung am vergangenen Samstag in der Aula der Weseler Musik- und Kunstschule nahm der 35-Jährige die Auszeichnung aus den Händen von Sigrid Baum, Vorsitzende des Presseclubs Niederrhein und der Jury, und Birgit Nuyken, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wesel, entgegen. Die Stadt und der Presseclub verleihen den Preis gemeinsam mit dem Duden-Verlag seit 2012 alle zwei Jahre an Nachwuchsjournalisten, die in ihren Arbeiten Themen besonders anschaulich darstellen und gleichzeitig herausragend mit der deutschen Sprache umgehen können.

Andreas Holzapfel erhielt den Konrad-Duden-Journalistenpreis für seinen Beitrag „Wie alt wollen wir werden?“, der im Januar 2024 im Magazin GEO erschienen ist. Auf Platz zwei landete das Autoren-Duo Björn Stephan und Mareike Nieberding (beide 38) für „Sein Vermächtnis“ (Juni 2024, SZ-Magazin). Den dritten Preis bekam Leonie Feuerbach (38) für „Herr Has effiliert seine Bücher“ (Oktober 2024, FAZ-Magazin).
So viele Bewerbungen wie noch nie
„Die Entscheidung war denkbar knapp“, sagte Sigrid Baum. Denn die drei prämierten Beiträge waren in den Jury-Bewertungen jeweils nur einen Punkt voneinander entfernt. „Generell hatten wir in diesem Jahr viele sehr starke Bewerbungen – und auch so viele wie bisher noch nie“, so Sigrid Baum weiter. 51 Nachwuchsjournalisten aus ganz Deutschland hatten sich mit ihren Arbeiten beworben. Unter den eingereichten Beiträgen waren Zeitungsartikel, TV- und Radiobeiträge, Podcasts und auch journalistische Social-Media-Projekte. „Wir freuen uns sehr über die große Resonanz“, betont die Jury-Vorsitzende. „Sie zeigt, dass der Konrad-Duden-Journalistenpreis sich zu einer bekannten und gefragten Auszeichnung entwickelt hat.“
Die mit 13 Personen hochkarätig besetzte Jury bewertete alle Arbeiten nach einem Punktesystem und ermittelte auf diese Weise die drei Siegerbeiträge.
Erster Preis – Andreas Holzapfel
Andreas Holzapfel widmet sich in seinem Text der Frage, wie alt Menschen werden können und wollen angesichts der Möglichkeiten der modernen Wissenschaft und Medizin und der damit verbundenen ethischen und persönlichen Überlegungen. Er lässt Wissenschaftler zu Wort kommen, aber er beleuchtet in einem interessanten Kontrast auch eine andere, ganz persönliche Sichtweise. Der Autor stellt Gerhart Wagner vor – einen Mann, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 103 Jahre alt ist. Gerhart Wagner ist aus unterschiedlichen Gründen der Meinung, er habe genug gelebt. Er wartet auf seinen Tod.
Zweiter Preis – Björn Stephan und Mareike Nieberding
Björn Stephan und Mareike Nieberding haben für ihren gemeinsamen Artikel Naftali Fürst begleitet. Der jüdische Mann, der heute in Israel lebt, hat als Kind vier Konzentrationslager überlebt und kommt jedes Jahr zum Tag der Befreiung von Buchenwald nach Deutschland zurück – um der Toten zu gedenken und sich gegen das Vergessen und Antisemitismus zu stemmen. Das Autorenduo kombiniert im Text anschaulich Politisches mit Persönlichem und Historisches mit der Gegenwart.
Dritter Preis – Leonie Feuerbach
Leonie Feuerbach porträtiert in ihrem Text Jens-Uwe Has. Er ist treuer Leserbrief-Schreiber der FAZ und fällt der Redaktion nicht nur durch die Häufigkeit seiner Leserbriefe auf, sondern auch durch die Art, wie er schreibt. Locker, humorvoll, mit Berliner Schnauze. Leonie Feuerbach schreibt aus der Ich-Perspektive und nimmt ihre Leser mit zum Treffen mit Jens-Uwe Has. Sie stellt diesen ganz speziellen Typen auf amüsante, aber auch sehr respektvolle Weise vor.
René Steinberg als Moderator
Bei der Preisverleihung lobte Wesels stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Nuyken die journalistische Neugier und sprachliche Sorgfalt der Preisträger. „Journalisten schaffen Neues und geben Lesern Orientierung“, sagte sie.
Moderiert wurde der Abend vom Kabarettisten und Autoren René Steinberg, der sich in seinen Beiträgen selbst gern mit dem Thema Sprache auseinandersetzt. Schülerinnen der Weseler Musik- und Kunstschule begleiteten die Preisverleihung musikalisch an der Violine, dem Klavier und dem Saxophon unter der Leitung des Klavierlehrers Dongyang Xing.

Weitere Informationen zum Konrad-Duden-Journalistenpreis und die Gewinnerbeiträge in voller Länge gibt es im Internet unter www.wesel.de/journalistenpreis.
Über den Preis:
Zu Ehren Konrad Dudens, der am 3. Januar 1829 auf Gut Bossigt in Wesel-Lackhausen geboren wurde, verleihen die Stadt Wesel und der Presseclub Niederrhein gemeinsam mit dem Dudenverlag den Konrad-Duden-Journalistenpreis. Ausgezeichnet werden drei Beiträge aus den Bereichen Print, Internet, Hörfunk oder Fernsehen, die den lebendigen Umgang mit der deutschen Sprache außergewöhnlich gut beherrschen und dabei die verständliche Aufbereitung des Themas nicht außer Acht lassen. Vergeben werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 3.500 Euro (1. Platz: 2.000 Euro, 2. Platz: 1.000 Euro, 3. Platz: 500 Euro). Die Verleihung des neunten Konrad-Duden-Journalistenpreis findet am 22. Januar 2028 statt.

Bildunterschrift:
Konrad-Duden-Journalistenpreis wurde zum achten Mal vergeben. Mit dem Sieger und den Platzierten freuen sich (v.l.) Dagmar van der Linden (WeselMarketing), Gabi Kowalczik (Jurorin), Sigrid Baum (Jury-Vorsitzende), Ralf Kubbernuß (Juror), Andreas Holzapfel (1. Preis), Leonie Feuerbach (3. Preis), Björn Stephan (2. Preis), Karen Schneider (Jurorin), Johanna Horn (Jurorin), René Steinbach (Moderator), Ulrike Westkamp (Jurorin), Birgit Nuyken (stv. Bürgermeisterin) und Markus Helmich (Juror).




