Sportpark Rheinpreußen: Ein Millionenprojekt in Gefahr
Verschmutzung bedroht Moers’ größte Investition der letzten Jahre
Gastbeitrag von Mehmet Yildiz
Moers/Meerbeck. – Der Sportpark Rheinpreußen an der Barbara-Straße in Meerbeck, mit Baukosten von 14 Millionen Euro das größte Projekt der Stadt Moers in den vergangenen Jahren, kämpft bereits kurz nach seiner Eröffnung mit erheblichen Verschmutzungsproblemen. Überall auf dem Gelände sind Müll, Zigarettenstummel, Plastikflaschen und Aluminiumdosen zu finden.
Die Sportanlage, die nach langer Planungs- und Bauzeit als Sport-, Freizeit- und Begegnungsstätte dienen sollte, zeigt bereits deutliche Spuren unsachgemäßer Nutzung. Obwohl es in Moers, Meerbeck und der näheren Umgebung keine vergleichbare Einrichtung mit ähnlichem Angebot gibt, scheinen die Nutzer weder den Wert noch die Bedeutung dieser Investition zu schätzen.
Besonders bedauerlich ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund, dass die Stadt Moers für die Realisierung dieses Projekts andere Vorhaben zurückgestellt hat. Wie Bürgermeister Christoph Fleischhauer persönlich mitteilte, mussten sogar Mittel für kulturelle Projekte, wie etwa die Finanzierung eines geplanten Buchprojekts über Moers, gestrichen werden.
Augenschein vor Ort verstärkt die Sorgen
Bei einem ersten Besuch vor zwei Wochen wurde bereits eine kurze Videoaufnahme des Zustands erstellt, die sowohl auf privaten Social-Media-Kanälen als auch in Moerser Gemeinschaftsgruppen geteilt wurde. Ein zweiter Besuch am 24. August, anlässlich des Fußballspiels MSV gegen FC Neukirchen-Vluyn, verstärkte die negativen Eindrücke erheblich.
Diese Situation sollte nicht nur Einzelpersonen beunruhigen, sondern alle Bürger, die sich eine saubere Stadt Moers und eine respektvolle Nutzung der gemeinsamen Freizeiteinrichtungen wünschen. Eine Anlage, für die durch Einsparungen bei zahlreichen anderen sozialen Aktivitäten und Investitionen annähernd 14 Millionen Euro aufgewendet wurden, verdient eine sachgerechte Behandlung und Pflege.
Konkrete Verbesserungsvorschläge
Als langjähriger Bewohner von Meerbeck (31 Jahre) sehe ich mehrere Ansätze zur Lösung der Probleme:
– Verstärkte Kontrollen und Sanktionen: Nutzer sollten zu größerer Sorgfalt angehalten werden. Regelverletzer – insbesondere Raucher auf den Kunstrasenplätzen und in den Kinderbereichen – müssen konsequent ermahnt oder gegebenenfalls angezeigt werden.
– Infrastruktur verbessern: Die Anzahl der Abfallbehälter ist unzureichend, besonders in der Nähe der Fußballplätze. Ästhetisch ansprechende Mülleimer in passenden Farben und Materialien, idealerweise mit Trennmöglichkeiten für Plastik und Metall, könnten das Problem lindern.
– Personelle Aufstockung: Die Zahl der Wartungsarbeiter sollte erhöht werden. Auch der Einsatz von Personen im Rahmen gemeinnütziger Arbeit für wenige Stunden täglich wäre denkbar.
– Einbindung der Sportvereine: Jeder Verein, der die Anlagen nutzt, könnte einen Vertreter benennen, der an stark frequentierten Tagen Besucher und Nutzer auf die Hausordnung hinweist.
Besondere Problemzonen identifiziert
Besonders auffällig ist die Verschmutzung durch Sonnenblumenkernschalen – vor allem in den Kabinen am Fußballplatz und rund um die Sitzbänke. Diese sind nur schwer zu entfernen und hinterlassen dauerhafte Verunreinigungen. Warnschilder gegen das Verzehren von Nüssen und Kernen in diesen Bereichen könnten Abhilfe schaffen.
Die Hoffnung besteht, dass alle Bürger, die in einem schöneren Meerbeck und einem saubereren Moers leben möchten, diese Anliegen teilen und zu einer verantwortungsvolleren Nutzung der gemeinsamen Einrichtungen beitragen werden.
Mehmet Yildiz – 26. August 2025
Fotos: Symbolbild