Moers

Neues Konzept zum Umgang mit der Asiatischen Hornisse

Neues Konzept zum Umgang mit der Asiatischen Hornisse

Moers. (pst) Sie besitzt eine nahezu schwarze Brust, auffallend gelbe Füße und einen überwiegend dunklen Hinterleib mit gelben Streifen: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde im vergangenen Jahr immer häufiger in Moers gesichtet. Sie breitet sich rasch aus und stellt als invasive Art eine Gefahr für heimische Insekten dar, insbesondere für Honigbienen. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ruft daher weiterhin dazu auf, Sichtungen oder Nester zu melden. Für Menschen stellt sie in der Regel keine besondere Gefahr dar. Ihr Stich ist vergleichbar mit dem einer heimischen Wespe oder Hornisse. In freier Natur verhalten sich die Tiere meist friedlich. Allerdings können sie ihr Nest energisch verteidigen, wenn es erschüttert oder gestört wird. Deshalb sollten Nester grundsätzlich nicht eigenständig entfernt werden.

Neue rechtliche Situation seit 2025
Im Frühjahr 2025 wurde die Asiatische Hornisse in Deutschland zu einer sogenannten ,etablierten Art‘ herabgestuft. Durch diese Einstufung entfällt die Pflicht zur Entfernung der Nester komplett. Sie wird jedoch weiterhin empfohlen. Was sich ebenfalls geändert hat: Die Verantwortung diese Maßnahme umzusetzen liegt nun nicht mehr bei den Unteren Naturschutzbehörden, sondern grundsätzlich bei den Eigentümerinnen und Eigentümern der Grundstücke, auf denen sich Nester befinden. Trotz dieser Änderung sieht sich die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Wesel weiterhin in der Verantwortung, sich aktiv an der Eindämmung der Asiatischen Hornisse zu beteiligen – insbesondere wegen möglicher negativer Auswirkungen auf die heimische Biodiversität.


Zusammenarbeit mit dem Kreisimkerverband
Der Kreis Wesel steht im Austausch mit dem Kreisimkerverband, um ein strukturiertes Vorgehen zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse zu entwickeln. Dazu soll ein Konzept für den zukünftigen Umgang mit Nestern und deren Beseitigung erarbeitet werden. Der Kreisimkerverband plant, rechts- und linksniederrheinisch Teams aus sachkundigen Imkern zusammenzustellen, die sich auf die Entfernung von Nestern spezialisieren. Die Bekämpfungsteams benötigen spezielle Schutzkleidung und technische Geräte. Die geschätzten Anschaffungskosten liegen voraussichtlich im mittleren fünfstelligen Bereich. Der Kreis Wesel plant, die Ausstattung der Teams mit bis zu 20.000 Euro zu fördern. Parallel soll eine digitale Meldestruktur entstehen, über die Sichtungen schnell und unkompliziert an die Zuständigen weitergeleitet werden können.

Nester im öffentlichen und privaten Raum
Befindet sich ein Nest auf einem öffentlichen Grundstück, informiert die Untere Naturschutzbehörde die jeweilige Kommune. Die zuständige Ordnungsbehörde entscheidet dann im Rahmen der Gefahrenabwehr, ob eine Entfernung des Nestes notwendig ist, etwa wenn eine Gefahr für Menschen oder die öffentliche Sicherheit besteht. Auf Privatgrundstücken liegt die Verantwortung hingegen bei den Eigentümerinnen und Eigentümern. Sie können die Nester durch fachkundige Personen – zum Beispiel Schädlingsbekämpfer oder speziell geschulte Imkerteams – auf eigene Kosten entfernen lassen.

Infobox: Wer eine Asiatische Hornisse oder ihr Nest entdeckt, kann nach Möglichkeit ein Foto mit Angabe des Fundortes sowie einer Beschreibung des Nistortes an die Untere Naturschutzbehörde schicken: info.unb@kreis-wesel.de. Auch örtliche Imkerinnen und Imker helfen bei der Identifizierung der Art.

Bildzeile: Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse werden etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter groß; die Königin kann bis zu 3 Zentimeter erreichen (Foto: Thomas Beissel)

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