Kultur und Vereine

ATİB setzt auf Erneuerung: Ali Paşa Akbaş führt Verband mit „Vision 2030“ an

ATİB setzt auf Erneuerung: Ali Paşa Akbaş führt Verband mit „Vision 2030“ an

REMSCHEID – Die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATİB) hat auf ihrer 28. außerordentlichen Generalversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt. In einer von Sachlichkeit und Geschlossenheit geprägten Wahl in Remscheid wurde Ali Paşa Akbaş mit deutlicher Mehrheit zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt.

Ali Paşa Akbaş (links) und Gründungs-Vorsitzender Musa Serdar Çelebi.

In Anwesenheit des Gründungs-Vorsitzenden Musa Serdar Çelebi schenkten die Delegierten Ali Paşa Akbaş das Vertrauen. Mit 217 Stimmen setzte er sich in der Wahl durch. Die Versammlung markiert für einen der traditionsreichsten Verbände der türkischen Diaspora in Europa einen strategischen Wendepunkt.

Fokus auf Institutionalisierung und Bildung

In seiner Antrittsrede betonte Akbaş, dass das Wahlergebnis ein Auftrag für eine umfassende Modernisierung sei. „Wir übernehmen dieses Amt als eine große Verantwortung gegenüber der türkischen Gemeinschaft in Europa“, so Akbaş.

Das Herzstück seiner Amtszeit bildet die „Strategische Roadmap 2026–2030“. Die Schwerpunkte liegen dabei klar auf:

  • Professionalisierung: Stärkung der Verbandsstrukturen auf allen Ebenen.
  • Bildungschancen: Förderung der jungen Generation, um sie sowohl in ihren kulturellen Werten zu festigen als auch für die Anforderungen der modernen Gesellschaft zu rüsten.
  • Interessenvertretung: Eine proaktive Rolle in der europäischen Zivilgesellschaft, um die Rechte der Gemeindemitglieder zu wahren.

„Es gibt keine Verlierer“

Trotz des vorangegangenen Wahlkampfs appellierte Akbaş an den Zusammenhalt innerhalb der Organisation: „Diese Generalversammlung hat keine Verlierer. Gewinner ist die gesamte ATİB-Gemeinschaft. Jetzt ist die Zeit, die Wahl hinter uns zu lassen und Hand in Hand für unsere gemeinsamen Ziele zu arbeiten.“

Hintergrund: Was ist die ATİB?

(Basierend auf offiziellen Angaben der ATİB e.V.)

Die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa (ATİB) ist ein Dachverband, der sich als integraler Bestandteil der europäischen Gesellschaft versteht und sich für die Belange türkischstämmiger Menschen einsetzt.

Selbstverständnis und Integration

Die ATİB bekennt sich ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Ziel ist es, die kulturelle und religiöse Identität türkischstämmiger Einwanderer zu bewahren und diese als Bereicherung aktiv in die deutsche Gesellschaft einzubringen. Dabei versteht sich der Verband als Brückenbauer zwischen den Kulturen.

Zentrale Aufgabenfelder

  • Gegen Ausgrenzung: Der Verband organisiert Initiativen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Er setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der friedliche Konfliktregelung und gegenseitiger Respekt an erster Stelle stehen.
  • Umfassende Bildungsarbeit: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Jugendlichen. Dies umfasst die berufliche Orientierung, die Auseinandersetzung mit Erziehungsthemen sowie die Vermittlung von Geschichte, Literatur und Musik.
  • Soziale Verantwortung: Über die Hilfsorganisation „Hilal“ leistet die ATİB weltweit humanitäre Hilfe für Notleidende und übernimmt gesellschaftliche Verantwortung in Krisenzeiten.
  • Identität und Sprache: Der Verband fördert die Muttersprache als wichtigen Baustein für eine gesunde Identitätsentwicklung und einen erfolgreichen Integrationsprozess.

Mit der neuen Führung unter Ali Paşa Akbaş bekräftigt die ATİB ihren Weg, die Traditionen ihrer 38-jährigen Geschichte mit den Anforderungen einer modernen, multikulturellen Zukunft zu vereinen.

Fotos:Privat

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