
Drohanrufe nach Berichterstattung: Dortmunder Gastronomin gerät wegen Ramadan-Buffet in den Fokus
Drohanrufe nach Berichterstattung: Dortmunder Gastronomin gerät wegen Ramadan-Buffet in den Fokus
In Dortmund ist eine Gastronomin nach einer kontroversen Berichterstattung über ein angebliches „Luxus-Buffet“ in der Kantine der Agentur für Arbeit Ziel von Drohanrufen geworden. Im Mittelpunkt der Diskussion steht Selvi Aksünger, Betreiberin des Dortmunder „Café Rot“, die seit Anfang März auch die Kantine der Bundesagentur für Arbeit in der Stadt betreibt.
Neue Kantinenbetreiberin lädt zum Eröffnungsbuffet ein
Selvi Aksünger hatte die Kantine der Arbeitsagentur am 1. März übernommen. Zum Start des neuen gastronomischen Angebots lud sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Gäste zu einem Buffet ein. Die Veranstaltung fand am Abend statt, zeitlich abgestimmt auf den Sonnenuntergang während des Fastenmonats Ramadan.
Nach Angaben der Gastronomin handelte es sich dabei um eine Art Einstand oder Eröffnungsangebot. Das Buffet sei von ihr selbst organisiert und finanziert worden. Ziel sei es gewesen, sich den Beschäftigten der Arbeitsagentur vorzustellen und einen guten Start in die neue Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Bericht sorgt für Empörung im Netz
Für große Aufmerksamkeit sorgte anschließend ein Bericht eines Online-Portals, in dem behauptet wurde, dass in der Arbeitsagentur ein „Luxus-Buffet“ für Bürgergeldempfänger veranstaltet worden sei. In der Darstellung wurde der Eindruck vermittelt, die Veranstaltung sei von staatlichen Mitteln finanziert worden.
Diese Darstellung verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken und löste eine Welle von Kritik und empörten Kommentaren aus. In vielen Beiträgen wurde behauptet, dass Steuergelder für ein aufwendiges Buffet ausgegeben worden seien.
Arbeitsagentur weist Vorwürfe zurück
Die Bundesagentur für Arbeit stellte jedoch klar, dass die Vorwürfe so nicht zutreffen. Das Buffet sei weder eine Veranstaltung für Bürgergeldempfänger gewesen noch von der Behörde finanziert worden.
Vielmehr habe es sich um eine private Initiative der neuen Kantinenbetreiberin gehandelt. Die Kosten seien vollständig von der Gastronomin getragen worden. Auch sei die Veranstaltung nicht als offizielles Programm der Arbeitsagentur geplant gewesen.
Gastronomin erhält Drohanrufe
Trotz dieser Klarstellungen wurde Selvi Aksünger nach eigenen Angaben Ziel von Drohanrufen und Anfeindungen. Sie berichtet von zahlreichen aggressiven Nachrichten und Telefonaten, die sie nach der Veröffentlichung des Artikels erhalten habe.
Die Unternehmerin zeigt sich darüber schockiert und betont, dass sie lediglich ihre neue Tätigkeit als Kantinenbetreiberin begonnen habe und mit der politischen Debatte nichts zu tun habe. Sie prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung.
Diskussion über Verantwortung von Medien
Der Fall hat in Dortmund auch eine Diskussion über die Rolle von Medien und sozialen Netzwerken ausgelöst. Kritiker werfen einzelnen Plattformen vor, durch zugespitzte oder unvollständige Darstellungen zur Eskalation beigetragen zu haben.
Der ursprüngliche Bericht wurde nachträglich teilweise angepasst, nachdem weitere Informationen bekannt geworden waren.
Hintergrund: Kantine war längere Zeit geschlossen
Die Kantine der Dortmunder Arbeitsagentur war zuvor über mehrere Monate geschlossen gewesen. Mit der Übernahme durch Selvi Aksünger sollte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Die Gastronomin betreibt bereits seit mehreren Jahren das Café Rot im Dortmunder Kaiserviertel und ist in der lokalen Gastronomieszene bekannt.
Foto:Symbolbild mit KI-generiert




