Gesundheit

Krankenhaus Bethanien Moers: „Bislang weltweit einzigartiges CT-gesteuertes Verfahren zum Verschließen von Endoleaks“

Krankenhaus Bethanien Moers: „Bislang weltweit einzigartiges CT-gesteuertes Verfahren zum Verschließen von Endoleaks“

Schonende, schnelle Technik unter Echtzeit-Kontrolle

Patient:innen des Krankenhauses Bethanien Moers, bei denen sogenannte Endoleaks des Typs II festgestellt wurden, profitieren seit einiger Zeit „von einer neuen, bislang weltweit einzigartigen Behandlungstechnik“, so der verantwortliche Leitende Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie & Phlebologie Dr. Harald Freis. Diese werde CT-gesteuert sowie minimal-invasiv durchgeführt und biete so nicht nur eine besonders schonende und schnelle Intervention, sondern auch eine hohe Erfolgsrate.

„Alleinstellungmerkmal zum Vorteil der Patientinnen und Patienten“
Endoleaks sind eine häufige Komplikation, die nach der endovaskulären Behandlung von Aortenaneurysmen, wie zum Beispiel Bauchaortenaneurysmen, entstehen können. „Hierbei fließt durch eine undichte Stelle trotz Stentprothese weiterhin Blut in den Aneurysmasack. Damit steigt das Risiko, dass das Aneurysma sich so sehr wieder mit Blut füllt, dass es im schlimmsten Fall platzen kann“, erklärt Dr. Freis. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin führt er mit seinem Team die CT-gesteuerten Eingriffe durch. „Endoleaks vom Typ II gehören zu den häufigsten Formen und entstehen, wenn es zu einem Rückwärtsfluss des Blutes aus abzweigenden Gefäßen, wie zum Beispiel Nieren oder Wirbelsäule, in den Aneurysmasack kommt. Vergrößert sich der Sack im Verlauf, besteht Behandlungsbedarf. Liegt die undichte Stelle dabei an der unteren Hohlvene, auch Vena Cava inferior genannt, kann unsere neue Behandlungstechnik zum Einsatz kommen“, so der erfahrene Gefäßchirurg. „Das Endoleak wird durch die untere Hohlvene mit einem Spezialkatheter punktiert – und ein Embolisat namens Onyx eingeführt, um die undichte Stelle zu verschließen“, beschreibt Dr. Freis das Verfahren. „Das Besondere daran ist, dass das Ganze unter CT-Steuerung (Computertomographie) durchgeführt wird. Sie ermöglicht den Behandlerinnen und Behandlern in Echtzeit dreidimensional zu arbeiten und macht so eine sichere Steuerung der Punktionsnadel und des Katheters möglich. Winkel und Position des Katheters sind so sehr genau zu lokalisieren und gut sichtbar. Wir haben dabei einen gut kontrollierten Zugang zum Aneurysmasack und zum Endoleak. Außerdem erfolgt der Eingriff mit einer sehr geringen Strahlenbelastung für die betroffenen Patientinnen und Patienten und das ärztliche sowie pflegerische Team“, so Dr. Derk Veelken, Chefarzt der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin. Für erstere bedeutet die besonders schonende und schnelle Methode unter Vollnarkose, die durchschnittlich eineinviertel Stunden dauert, außerdem eine sehr kurze, schmerzlose Wundheilung. Das sogenannte Embolisat, das zum Verschließen genutzt wird, könne man sich dabei, wie eine Art Bauschaum vorstellen. Die Konsistenz sei zunächst flüssig und verhärte sich dann, sobald sie im Körper sei. „Sie verschließt das Endoleak wie eine Art Stopfen. Nach einer Nacht im Krankenhaus kann der Patient bzw. die Patientin wieder nach Hause“, erklären die Verantwortlichen. 

Endoleaks, von denen es verschiedene Typen gibt, fallen meist bei den regelhaften Nachkontrollen auf, die nach einem Aortenaneurysma obligatorisch sind. Die Diagnose erfolgt durch Computertomografie (CT-Angiografie) oder durch einen kontrastmittelverstärkten Ultraschall. Das Behandlungsteam rund um Dr. Veelken und Dr. Freis hat noch einen Appell an die Betroffenen: „Regelmäßige Nachkontrollen nach dem Ausschalten von Aortenaneurysmen durch Stentprothesen sollten unbedingt wahrgenommen werden, damit Endoleaks frühzeitig festgestellt und, falls notwendig, behandelt werden können.“

Bildziele:
Der Chefarzt der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin Dr. Derk Veelken (li.) und der Leitende Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie & Phlebologie Dr. Harald Freis (re.) führen die neue Methode zum Verschließen von Endoleaks des Typs II am Krankenhaus Bethanien Moers durch.

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