Düsseldorf

Wirtschaftsgipfel in Düsseldorf

Türkisch-deutsche Geschäftswelt erörterte Digitalisierung und neue Investitionen

DÜSSELDORF – Das Magazin „Türkiye’de İş Dünyası“ (Geschäftswelt in der Türkei), das seine Vision der richtungsweisenden Wirtschaftsberichterstattung fortsetzt, brachte im Rahmen seiner jährlichen Sonderausgabe „Wirtschaft in Deutschland“ die türkische und deutsche Geschäftswelt zusammen. Auf dem mittlerweile vierten Wirtschaftsgipfel erörterten die Teilnehmer unter dem Leitthema „Die Sprache der neuen Ära: Digitalisierung“ die digitale Transformation, den technologischen Wettbewerb, Effizienzsteigerungen und grenzüberschreitende Geschäftsmodelle.

Neue Investitionsmöglichkeiten im Fokus

Das Ziel des Gipfels in Düsseldorf war es, türkische Investoren in Deutschland mit Geschäftsleuten aus der Türkei, die den Eintritt in den deutschen Markt planen, sowie mit Vertretern des öffentlichen Sektors und Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen. Dabei erörterten die Experten die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Arbeitsweisen, technologische Investitionen für Wettbewerbsvorteile im europäischen Markt, künstliche Intelligenz, Automatisierung und datengesteuerte Managementmodelle.

An dem Gipfel nahmen hochkarätige Gäste teil, darunter der Generalkonsul der Republik Türkei in Düsseldorf, Ali İhsan İzbul, der Vorsitzende des Verbandes türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa (ATİAD), Rechtsanwalt Aziz Sarıyar, der Vorsitzende des Türkisch-Deutschen Unternehmerverbandes TDU-NRW, Cevdet Kocaş, der Generalmanager von Türk Telekom International, Yavuz Yıldırım, der Vorsitzende des Europarates des Welt-Türkischen Wirtschaftsrates (DTİK), Turgut Torunoğulları, der Vorstandsvorsitzende der Green Park Hotels & Resorts, Adil Üstündağ, der Europa-Präsident von TÜYAFED, Berkan Tüzünataç, der Europa-Geschäftsführer von Bulutistan, Priv.-Doz. Dr. İbrahim Edin, das Vorstandsmitglied von TEBA, Cihangir Soytürk, und die Handelsattachée Pınar Aslan.

Die Sprache der neuen Ära

Die Eröffnungsrede hielt der Chefredakteur des Magazins „Türkiye’de İş Dünyası“, Celal Toprak. Er betonte: „Wir haben versprochen, dass Sie jede Entwicklung in der Geschäftswelt zuerst und detailliert von uns erfahren werden. Es ist unsere Aufgabe, der Wirtschaft den Weg zu ebnen. Dieses Versprechen halten wir seit dem ersten Tag. Heute kamen wir zusammen, um die Digitalisierung als Sprache der neuen Ära gemeinsam zu erörtern.“

Digitalisierung als Schlüssel der Wirtschaftsbeziehungen

Generalkonsul Ali İhsan İzbul erklärte, dass die Digitalisierung, qualifizierte Fachkräfte und die transformierte türkische Geschäftswelt eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der türkisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen spielen. In seiner Rede erörterte er die Bedeutung der über 20.000 türkischen Unternehmer in Nordrhein-Westfalen, die mehr als 100.000 Menschen beschäftigen. İzbul unterstrich das Ziel eines Handelsvolumens von 60 Milliarden Dollar und wies darauf hin, dass Digitalisierung nun auch ein Kernbestandteil der modernen Diplomatie und der konsularischen Dienste sei.

Digitalisierung ist keine Wahl mehr, sondern Pflicht

Yavuz Yıldırım von Türk Telekom International erklärte, dass das Unternehmen Infrastrukturdienste von Hongkong bis London anbietet. Er erörterte, wie KI, IoT und Automatisierung die Geschäftsprozesse grundlegend neu definieren. Mit einem Glasfasernetz von über 535.000 Kilometern in der Türkei und einer internationalen Netzlänge von 50.000 Kilometern positioniere Türk Telekom das Land als strategische digitale Brücke zwischen Ost und West. „Digitalisierung ist der stärkste Hebel, um Distanzen zwischen Volkswirtschaften zu verkürzen“, so Yıldırım.

Ende der Ära des Alleingangs: Partnerschaften sind Pflicht

Turgut Torunoğulları (DTİK) kündigte an, dass das nächste Treffen in den Niederlanden stattfinden soll. Er erörterte den Wandel der türkischen Unternehmer in Europa von arbeitsintensiven Branchen hin zu technologieorientierten Modellen. Er rief dazu auf, die Partnerschaftskultur zu stärken, da globales Wachstum nur noch durch Kooperationen und starke Markennamen möglich sei.

Foto:Dogus.nl
Foto:Dogus.nl

Rechtliche und kulturelle Aspekte der Digitalisierung

Aziz Sarıyar (ATİAD) merkte an, dass Digitalisierung auch eine Frage des Rechts und der Kultur ist. Er erörterte die bürokratischen Hürden in Deutschland, die Unternehmen jährlich rund 7 Milliarden Euro an Personalkosten verursachen. Da Deutschland noch viel auf Papier abwickelt, während die Türkei jung und dynamisch agiert, könnten beide Länder viel voneinander lernen. Er lud zudem zum Türkisch-Deutschen Wirtschaftstag am 18. April nach Düsseldorf ein.

Menschlichkeit im Fokus der Technik

Foto:TDU NRW

Cevdet Kocaş (TDU-NRW) erörterte das Thema aus einer gesellschaftlichen Perspektive. Er betonte, dass technologische Fortschritte nicht nur einer begrenzten Gruppe dienen dürften. Unter Bezugnahme auf Prof. Dr. Daron Acemoğlu unterstrich er, dass die technologische Transformation zum Wohle der gesamten Menschheit gesteuert werden müsse.

Erfolg durch Investition: 4.200 Arbeitsplätze

Adil Üstündağ teilte seine Lebensreise vom Hirten in Malatya zum erfolgreichen Hotelier. Er erörterte seine Investitionen, die heute 4.200 Menschen beschäftigen und 345 Studenten unterstützen. Er signalisierte zudem Interesse an neuen Hotelinvestitionen in Deutschland.

Berkan Tüzünataç (TÜYAFED) und Cihangir Soytürk (TEBA) erörterten in ihren Beiträgen die Bedeutung strategischer Brücken und europäischer Partnerschaften, um türkische Software- und Dienstleistungsunternehmen erfolgreich auf den globalen Markt zu bringen.

Technologiewettbewerb und Vertrauen

Priv.-Doz. Dr. İbrahim Edin (Bulutistan) erörterte, dass für den Erfolg im deutschen Markt langfristiges Vertrauen wichtiger sei als kurzfristige Gewinne. Als Cloud-Anbieter unterstütze Bulutistan türkische Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Industrie im Ausland.

Handelsattachée Pınar Aslan erörterte die bürokratischen Unterschiede zwischen beiden Ländern: Während eine Firmengründung in der Türkei oft nur eine Woche dauert, müsse man in Deutschland mit etwa drei Monaten rechnen. Das Attachéamt unterstütze Firmen dabei, diese Prozesse erfolgreich zu meistern.

Medien im digitalen Wandel

Volkan Ormanlı (İhlas Media Group) erörterte die Entwicklung einer eigenen KI-Infrastruktur, die monatlich 2,5 Milliarden Impressionen erreicht. Ziel sei es, diese technologische Kompetenz und das digitale Ökosystem nun auch auf den internationalen Märkten zu etablieren.

PREISTRÄGER DES WIRTSCHAFTSGIPFELS

Zum Abschluss wurden folgende Persönlichkeiten für ihre herausragenden Verdienste geehrt:

  • Ali İhsan İzbul – Generalkonsul der Republik Türkei in Düsseldorf
  • Yavuz Yıldırım – Generalmanager von Türk Telekom International
  • Turgut Torunoğulları – Vorsitzender des DTİK-Europarepräsentantenrats
  • Sinan Çevik – Gründer von Bereket Brot
  • Avşar Dada – Generalmanager von Asset
  • Esra Ünal – Mitgründerin und Generalmanagerin von Proline Europe
  • Sergen Ertürk – Geschäftsführender Gesellschafter von Öz Kayseri
  • Murat Kubat – Hasene
  • Hülya Yılmaz – Logistiksektor
  • Doğan Akdoğan & Vijdan Taşçı – Gründer des Restaurants Mediatör
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