
Unterkunft für Geflüchtete an der Kirschenallee wird aufgegeben
Unterkunft für Geflüchtete an der Kirschenallee wird aufgegeben
Moers. (pst) Die Stadt gibt die ehemalige Sporthalle an der Kirschenallee einschließlich der dort aufgestellten Container zum 28. Februar als Unterkunft für Geflüchtete auf. Die Einrichtung war seit Dezember 2022 in Betrieb und diente in einer Phase stark steigender Fluchtbewegungen infolge des Krieges in der Ukraine als dringend benötigte Notlösung. Zeitweise waren dort bis zu 180 Menschen untergebracht. Die Aufgabe erfolgt, weil die Bewohnerinnen und Bewohner in andere, besser geeignete Unterkünfte verlegt werden können. Die Menschen lebten dort unter beengten und herausfordernden Bedingungen.
Friedliches Zusammenleben
Die soziale Betreuung und die Versorgung der Geflüchteten lagen von Beginn an in den Händen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Rhein-Ruhr. Aufgrund der Unterbringung in einer Sporthalle waren Selbstverpflegung und klassische Alltagsstrukturen nicht möglich; umso wichtiger waren die professionelle Betreuung, das tägliche Catering sowie das kontinuierliche Präsenzangebot von zwei bis vier Mitarbeitenden. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Johannitern, ergänzt durch regelmäßige Abstimmungen, trug wesentlich zu einem respektvollen und friedlichen Zusammenleben vieler Menschen aus unterschiedlichen Kulturen auf engem Raum bei.
Keine Entwarnung bei der Unterbringung
„Die Unterkunft an der Kirschenallee war von Anfang an als Übergangslösung gedacht“, betont Bürgermeisterin Julia Zupancic. „Ich bin den Johannitern sehr dankbar für ihre engagierte und verlässliche Arbeit unter schwierigen Rahmenbedingungen.“ Die Aufgabe bedeutet keineswegs Entwarnung. Die Stadt steht weiterhin vor der Herausforderung, Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen und zugleich rechtzeitig neue Kapazitäten zu schaffen, um auf eine veränderte Lage rechtzeitig reagieren zu können. Die ‚Kirschenallee‘ könnte aber in Zukunft wieder Heimat von Sportlerinnen und Sportlern werden. Die Stadt hat sich mit der Sanierung der Mehrzweckhalle für das Förderprogramm des Bundes ‚Sanierung kommunaler Sportstätten‘ angemeldet und hofft auf eine Förderung.
Bildzeile: Nikolai Saks, Nazjola Lips, Safa Gerards (hinten v. l.) und Alina Zhigulina (vorne) von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Rhein-Ruhr haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft in und an der Sporthalle Kirschenallee betreut. (Foto: Norman Hofmann, Johanniter)


