Ein junger Unternehmer mit vielen Visionen
Jeton Maqani: Die Geschichte seiner Tischlerei beginnt in einer Garage
Kamp-Lintfort. Auf den ersten Blick ist es eine alltäglich anmutende Szene, und doch ist sie besonders. Sie ist ein Meilenstein im Leben von Jeton Maqani: Im Alter von 24 Jahren steht er in der Garage seines Hauses und arbeitet an einem ersten Kundenauftrag. Der junge Mann geht aber nicht etwa einem Hobby nach. Nein, er hat gerade seine eigene Tischlerei gegründet. Die Garage ist in der Anfangszeit Firmensitz, Büro und Werkstatt.
Es gibt viele Geschichten, die so oder so ähnlich anfangen. Geschichten großer Unternehmen, die als Garagenfirmen begonnen haben und mittlerweile aus ihren Branchen nicht mehr wegzudenken sind. Wie es für Jeton Maqani weitergeht, wird die Zeit zeigen. Soviel aber ist schon jetzt sicher: Seine Geschichte ist eine besondere. Denn die Szene in der Garage ist noch keine vier Jahre her. Und heute ist Jeton Maqani Inhaber eines Unternehmens mit 18 Angestellten.
Fasziniert vom Handwerk
Doch von Anfang an: Er habe sich entschieden, Tischler zu werden, da ihn das Handwerk fasziniert und ein reiner Bürojob nichts für ihn gewesen wäre, erinnert sich der heute 27-Jährige. Während seiner Ausbildung von 2014 bis 2017 erlernte er nicht nur den Umgang mit Holz, sondern machte auch eine sehr prägende Bekanntschaft. „Ich hatte einen Arbeitskollegen, der für mich nicht nur ein enger Freund geworden ist, sondern auch eine Art Mentor“, erzählt Jeton Maqani. Dieser Kollege habe ihm viel beigebracht und eine große Leidenschaft für Holz vermittelt. Und – was vielleicht sogar noch wichtiger war – er hat eine Art zu denken, in der Jeton Maqani sich selbst wiederfand.
„Wer am Ende des Horizonts einfach weitergeht, dem eröffnen sich immer wieder neue Horizonte.“ Diesen Ausspruch seines Kollegen und Freundes habe er verinnerlicht, sagt Jeton Maqani. Bis heute ist diese Denkweise das Credo des jungen Unternehmers. Er ist überzeugt: „Wer sich Grenzen setzt, kommt nicht weiter.“
Berufsbegleitend die Meisterschule besucht
Er aber wollte sich weiterentwickeln und entschied sich deshalb 2019, nach einem Jahr als Geselle, dazu, die Meisterschule zu besuchen. Berufsbegleitend fuhr er zwei- bis dreimal in der Woche abends nach Düsseldorf. Während dieser Zeit sei in ihm die Vision entstanden, sich selbstständig zu machen, berichtet Jeton Maqani. „Ich wollte mein eigenes Ding machen, einen Betrieb nach meinen Vorstellungen führen, es besser machen als andere“, sagt er. Und so schrieb er bereits während der Vorbereitungszeit auf die Meisterprüfung Businesspläne und beantragte Fördermittel. Mitte Mai 2022 hielt Jeton Maqani seinen Meisterbrief in der Hand, zum 1. Juni gründete er seine eigene Tischlerei. Damals – in der Garage.
Schon ein halbes Jahr später folgte der nächste Meilenstein für den Unternehmer und Familienvater: Anfang 2023 zog die Tischlerei aus der Garage aus und nach Kamp-Lintfort an die Kruppstraße. Jeton Maqani stellte seinen ersten Mitarbeiter ein. Mittlerweile hat er ein ganzes Team an seiner Seite, mit dem Spindsystem „Locus“ eine eigene Möbelreihe auf den Markt gebracht und gerade erst die benachbarte d+s-Tischlerei übernommen und seinen Betrieb auf diese Weise enorm vergrößert.
Er möchte ein Tischler für alle sein
Ist er damit am Ziel angekommen? „Ich wäre nicht ich selbst, wenn ich so denken würde“, sagt Jeton Maqani. Der 27-Jährige sprudelt nur so vor weiteren Ideen, plant unter anderem neue Produktreihen und hat gemeinsam mit seiner Marketingleiterin einen ganz neuen Markenauftritt entwickelt. Was ihm bei all seinen Projekten ein großes Anliegen ist: „Ich möchte ein Tischler für alle sein“, betont er „und dem Kunden ein Erlebnis bieten“. Für das Rentnerpaar, das sein Fenster reparieren lassen möchte. Für die junge Familie, die sich eine neue Treppe wünscht. Aber auch für den Firmenkunden, für den er ein Ladenlokal gestaltet.
Mit Zuverlässigkeit, fairen Kosten, gutem Service und qualitativ hochwertigen Produkten möchte er seine Kunden zufriedenstellen, gleichzeitig für seine Mitarbeiter einen Arbeitsplatz schaffen, an dem sie sich wohl fühlen. Und der sicher ist.
Versteht er sich selbst nun eigentlich als Handwerker oder als Unternehmer? Eine Antwort auf diese Frage ist für Jeton Maqani genauso unmöglich wie ganz einfach: „Ich bin beides“, sagt er. „Und ich habe das große Glück, einen Job zu haben, in dem ich mich nicht entscheiden muss und beides sein kann.“
Bildunterschrift:
Jeton Maqani will der „Tischler für alle“ sein.
Foto: Bettina Engel-Albustin