Moers

Bürgermeisterin übernimmt Schirmherrschaft für wichtige Vereinsarbeit

Bürgermeisterin übernimmt Schirmherrschaft für wichtige Vereinsarbeit

Moers. (pst) „Ich freue mich, dass ich dieses wichtige Projekt insgesamt und viele einzelne Aktionen künftig stärker begleiten darf“, begrüßte Bürgermeisterin Julia Zupancic am Dienstag, 3. März, Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers. Sie möchte helfen, die Erinnerung an jüdisches Leben in der Stadt wachzuhalten und Antisemitismus zu bekämpfen. Hintergrund des Besuchs war der offizielle Start der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin für den Verein. Zudem haben die Vorstandsmitglieder die neue Broschüre ‚Spuren jüdischen Lebens’ vorgestellt. „Wir sind seit Jahren aus der Bevölkerung heraus gewachsen“, erläuterte der evangelische Vorsitzende Martin Behnisch-Wittig die Besonderheiten des Vereins. 

Einbindung von jungen Menschen
Trotz der Ausrichtung auf Moers ist der Verein bundesweit gut vernetzt. Das hat dazu geführt, dass die Buber-Rosenzweig-Medaille, die der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit jedes Jahr verleiht, nach Moers gegangen ist. Heinz Kremers hat die Auszeichnung 1986 für seinen Einsatz für den christlich-jüdischen Dialog erhalten. Seine Tochter Annedore Kremers ist aktuell im Vorstand des Vereins tätig. Auch Nikolaus Schneider, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers und Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, erhielt die Medaille 2012 für sein Engagement. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Einbindung von jungen Menschen. So gibt es regelmäßig Kooperationen mit Moerser Schulen. Zudem sind mit Lehrer Daniel Schirra (Adolfinum) und sein ehemaliger Schüler Julian Müller wichtige Multiplikatoren im Vorstand, um jungen Menschen die Arbeit des Vereins näherzubringen. 

Jüdische Bürgerinnen und Bürger waren wichtiger Teil der Gesellschaft
Die Broschüre geht den wenigen noch vorhandenen Zeugnissen jüdischen Lebens in Moers nach. Beispielsweise gibt es unter anderem Informationen über die frühe Geschichte der Moerser Jüdinnen und Juden in der Stadt, die ehemalige Synagoge, die Stolpersteine und die Deportationen der Menschen. Die Gestaltung hat die Künstlerin Andrea Dieren übernommen, die zum 700-jährigen Stadtjubiläum auch die Geschichtsstationen konzipiert hatte. Für den inhaltlichen Part sind die ehemaligen Vorstandsmitglieder Hans-Helmut Eickschen und Lutz Hartmann verantwortlich. Ein wichtiges Thema sind auch die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger als Nachbarn, die vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten alle staatsbürgerlichen Rechte hatten. Sehr bekannt war beispielsweise Dr. Hermann Bähr, der als praktischer Arzt geachtet und beliebt war. Auch die Lehrerin Maria Djuk war ein wichtiger Teil der Moerser Gesellschaft.

Bildzeile:
Freuen sich auf das künftige gemeinsame Engagement zur Erinnerung an jüdisches Leben in der Stadt und den Einsatz gegen Antisemitismus: Lutz Hartmann, Annedore Kremers,
Bürgermeisterin Julia Zupancic, Daniel Schirra, Martin Behnisch-Wittig, Julian Müller und Andrea Dieren (v.l.). (Foto: pst) 

Infobox:
Die Broschüre ‚Spuren jüdischen Lebens‘ ist zum Preis von drei Euro in vielen öffentlichen Einrichtungen erhältlich. Dazu zählen unter anderem das Grafschafter Museum, das Stadtarchiv, die Barbara Buchhandlung und Stadt- und Touristinformation von Moers Marketing.

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