Moers

Servicestelle Zuwanderung: Erste Station in ein neues Leben in Moers

Servicestelle Zuwanderung: Erste Station in ein neues Leben in Moers

Moers. (pst) Für viele Menschen, die Not, Flucht und Angst ums eigene Leben durchgemacht haben, ist es ein Ort des ersten Ankommens, der Unterstützung und der Integration: die ‚Servicestelle Zuwanderung‘ bei der Stadt Moers. Vorderstes Ziel ist es, Neuzugewanderten mit einem menschenwürdigen, sicheren und gut organisierten Übergang den Start in ein neues Leben in Moers zu ermöglichen. „Die Servicestelle Zuwanderung wurde am 1. Juni 2018 ins Leben gerufen und entstand aus dem Projekt ‚Einwanderung NRW‘ “, erinnert sich Suada Redzovic. Bei der Stadtverwaltung ist sie mit zwei weiteren Kolleginnen für die Aufnahme von Zugewanderten zuständig. Wichtig für ihren Job: Sie können auf viele Sprachen zurückgreifen, z. B. Englisch, Französisch, Kroatisch, Russisch, Portugiesisch, Arabisch und Persisch.

Individuelle Bedürfnisse ermitteln
„Hier ist die erste Anlaufstelle, die im Rahmen der Festgelegten Zugangssteuerung aufzusuchen ist. Wir bieten Betroffenen Orientierung, damit sie schnellstmöglich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. In einem Erstgespräch erheben wir zunächst die wichtigsten Fragen zu Gesundheit, Sprache, Ausbildung, Arbeitsqualifizierung und Wohnen,“ erklärt Redzovic. Im Laufe der folgenden Beratungstermine werden die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen der einzelnen Personen erfasst. Daraus ermitteln sie die notwendigen Unterstützungsleistungen und bestmögliche Angebote. Besondere Hilfe wird beim Start in Moers zunächst bei Sprach- und Integrationsangeboten benötigt sowie beim Beantragen von Ausweispapieren, bei Job- und Ausbildungssuche, bei Anmeldungen an Kita und Schulen und bei Arztbesuchen.

Info-Mappen verschaffen einen Überblick
Die Mitarbeiterinnen der Servicestelle haben für unterschiedliche Ansprüche entsprechende Info-Mappen mit Leitfäden zu den einzelnen Schritten der Erstintegration und darüber hinaus in verschiedenen Sprachen erstellt. Wichtige Partner neben der Leistungs- und Unterkunftsverwaltung sowie der Betreuung in den Unterkünften im eigenen Fachbereich sind u. a. die Ausländerbehörde, das Jobcenter, aber auch die Wohlfahrtsverbände und andere Institutionen – wie das ‚Netzwerk Mitte Moers‘. 30 Mitglieder und zahlreiche Ehrenamtliche unterstützen die Servicestelle mit Dolmetschern und bei Begleitdiensten.

Ansturm nach Beginn des Ukraine-Kriegs
Kurz nach dem Krieg in der Ukraine erlebte die Servicestelle einen besonderen Ansturm. „Da war es so, dass innerhalb von drei Monaten fast 500 Personen aufgenommen und beraten wurden“, erinnert sich Michael Rüddel, Fachbereichsleiter Soziales, Senioren und Wohnen bei der Stadt. Auch diese Herausforderung stemmte die Servicestelle. Stressig für das kleine Team, aber immer wieder mit Momenten, die deutlich machen, warum sich der Einsatz lohnt. „Da war zum Beispiel eine Person mit einer sehr ungünstigen Perspektive“, blickt Suada Redzovic zurück. „Aber ihr unbedingter Wille, trotz körperlicher Einschränkung hier etwas zu erreichen, hat am Ende geholfen. Mit einem Job bei einem städtischen Dienstleister war der Grundstein zur Integration gelegt.“

Lokale Kultur des Miteinanders
„Durch die gute Zusammenarbeit unserer Servicestelle mit vielen verschiedenen Organisationen und Unternehmen können wir die Integrationswege beschleunigen. So stärken wir die lokale Kultur des Miteinanders in Moers,“ fasst Michael Rüddel zusammen. „Das langfristige Ziel ist es, Betroffene so zu unterstützen, dass sie möglichst schnell und eigenständig ein Teil der Stadtgesellschaft werden können.“

Bildzeile: Sie sind die erste Anlaufstelle für Zugewanderte bei der Stadt Moers: Fachdienstleiter Andre Bröcking sowie Suada Redzovic und Simone Knoll von der Servicestelle Zuwanderung. (v.l.; Foto: pst)

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